Ausnahmezustand

Lernintensive Tage sind wohltuend ereignisfrei. Lernen, lernen, trinken, lernen, essen, lernen, schlafen, und am nächsten Tag dasselbe Programm.

Aber dass jetzt bloß nicht die Illusion entsteht, Studenten hätten nichts zu tun – dieser Meinung scheinen nämlich meine Familienmitglieder in zunehmendem Maße zu sein.
Sätze wie „Belle, kannst du nicht einkaufen gehen?“, „Das Bad muss noch geputzt werden, du hast doch eh nichts zu tun!“ und „Um eins komm ich vom Praktikum zurück, gibts dann was zu essen?“ sind hier momentan an der Tagesordnung. Und dabei verlaufen die nachfolgenden Unterhaltungen stets nach dem selben Schema: „Willst du nicht/Kannst du nicht/etc…“ – „Nein, tut mir leid, ich muss lernen.“ – „Aber du sitzt doch eh nur rum!“
Das ist ausgesprochen anstrengend für mich, da ich immer wieder die gleichen Sätze sage, und vermutlich ebenso unbefriedigend für meine Mitmenschen, da ich weder einkaufe, noch putze und auch nicht koche. Jedenfalls nicht jeden Tag. Und im besonderen nicht für meinen Bruder, der sich nämlich in seinem zweiwöchigen Praktikum sicherlich nicht im geringsten kaputt macht. Sein Tagesablauf besteht derzeit aus chillen, zum Praktikum gehen, chillen, nach Hause kommen, chillen, schlafen gehen. Und da soll ich ihm noch Arbeit abnehmen? Ich glaub, es piept!

Lichtblicke der Woche: Meine Nachhilfeschüler. Nie hätte ich gedacht, dass es mal so weit kommen würde und meine Schüler mir den Tag auflockern!
„Tja, Marie, du wunderst dich, wieso die Antworten auf deinem Arbeitsblatt schon eingetragen sind? Das könnte daran liegen, dass du dir nur den Lösungszettel aus dem Förderordner mitgenommen hast. Das steht sogar da oben, „Rechnen mit Wurzeln – Lösung“.“
„Nein, Franziska, Afrika ist nicht „das unter USA“. Und Mexiko liegt auch nicht oberhalb der USA, das darf man ruhig wissen, selbst wenn man Erdkunde abgewählt hat!“
Ich gebe ja nur Mathenachhilfe. In der Oberstufe. Aber ich bin ein geduldiger Mensch, und ich habe kein Problem damit, eine ganze Stunde an einer Aufgabe zu sitzen. Es gibt schließlich so viele andere, wichtige Dinge zu besprechen!

Und so verlaufen diese Tage. Im Großen und Ganzen recht ereignislos, wie eingangs erwähnt. Aber unglaublich anstrengend! Es wird ganz dringend Zeit, dass die Prüfungen vorüber sind und das echte Leben wieder beginnt. Und dann ist endlich vorlesungsfrei, endlich richtige Semesterferien!

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