Frühlingsgefühle – oder wie ich meine erste BWL-Klausur doch noch überlebte

Wie wunderbar das ist, da draußen, vor dem Fenster!
Ich sitze am Schreibtisch, schaue raus und sehe grüne Felder, einen blauen Himmel und Sonne – die Wolken übersehe ich mal ganz großzügig. Seit Wochen ist dieses Fenster an meinem Schreibtisch das erste Mal wieder auf, denn über den Winter wird es in diesem Raum nicht warm. Überhaupt gar nicht. Dabei dann auch noch das Fenster aufzumachen, da müsste man schon fast suizidale Absichten hegen.
Also. Das Fenster ist auf, die Sonne scheint (dabei fällt mir auf, das besagtes Fenster dringend mal wieder geputzt werden könnte…) und ich befinde mich tatsächlich in guter, frühlingshafter Laune.

Gestern Abend hätte ich damit nicht gerechnet. Ich saß vor meinen BWL-Lernsachen und habe verzweifelt versucht, die Unterschiede zwischen Einzahlungen, Einnahmen und Erträgen in meinem Kopf zu behalten, mir zu merken, was Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten voneinander unterscheidet und, ganz nebenbei noch, wenigstens ein Grundlagenwissen von Marketing und Besteuerung anzusammeln.
Der Zeiger meiner Schreibtischuhr rückte in atemberaubendem Tempo vorwärts, und in mir flackerte der Gedanke auf, von welcher der Autobahnbrücken ich mich am nächsten Tag auf dem Weg zur Uni zur Schützenhalle (irgendwie dachte ich immer eine Universität hätte selbst genügend Räume, aber so kann man sich irren…) stürzen könnte. Da allerdings unser Auto gestern erst aus der Werkstatt zurückgekommen ist, da es für relativ viel Geld wieder auf Vordermann werden musste, habe ich von diesem Vorhaben abgesehen und bin heute morgen (nach einer sehr kurzen Nacht, bedingt durch die Kombination aus zu spät ins Bett, zu früh wieder raus, und Schlaflosigkeit in der Zwischenzeit) tatsächlich heile an dem Ort angekommen, an dem die Klausur stattfand. Das war, wie schon oben erwähnt, nicht etwa die Universität, sondern die Schützenhalle im Nachbarort. Ob das jetzt an Platz- oder Raumplanungsproblemen lag, oder einfach nur der Versuch, uns Nebenfach-BWLer zu ärgern, sei mal dahingestellt.
Mit zittrigen Händen – ja, ich war aufgeregt, aber es war auch kalt! – schlug ich schließlich die Klausur auf, und siehe da: So schlimm wars gar nicht! Eigentlich tats nicht einmal richtig weh.

Und als ich dann, nach einer guten Stunde, meinen Prüfungsbogen abgegeben und die Tür hinter mir geschlossen hatte, strahlte mich die Sonne an. Ehrlich! Mitten ins Gesicht!
In diesem Moment freute ich mich wahnsinnig, dass diese Klausur vorbei war. Egal, wie und ob bestanden. Es roch nach Frühling, auf dem Grundschulhof nebenan spielten Kinder in der Sonne und als Krönung des Ganzen habe ich dann tatsächlich noch einige Kommilitonen gesehen, die gelächelt haben.
Bei so viel Frühlingsstimmung im Bauch konnten mich nicht einmal diese ganzen fahruntüchtigen Mitmenschen, die in ihren Autos vor, hinter oder neben mir saßen, aus der Ruhe bringen.

Ich werde jetzt lernen, für die vierte und letzte Klausur, und dabei hoffen, dass das gute Gefühl noch ein wenig länger bleibt. Und das Wetter. Am besten mindestens bis Samstagnachmittag, da bin ich mit den Klausuren durch und der Freund kommt zum gemütlichen, erleichterten entspannen. Bevor er wieder nach Hause fährt und weiter lernt, während ich die nächsten Wochen erstmal einfach nur entspannen werde.

Tschacka!

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Ein Gedanke zu “Frühlingsgefühle – oder wie ich meine erste BWL-Klausur doch noch überlebte

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