Semesterferienendzeitstimmung

Da sitzt man nun wieder am Schreibtisch, gute vier Wochen nach der letzten Prüfung und noch vor Vorlesungsstart – irgendetwas mache ich falsch, ich weiß nur noch nicht was. Wieso haben alle Menschen so viel mehr Zeit, und schaffen es auch noch, zwischendurch in den Urlaub zu fahren? Das ist mir ein Rätsel.

Die vorlesungsfreie Zeit, die ich eigentlich genießen und nutzen wollte, ist an mir vorbeigerauscht. Keine Chance, meine Liste auch nur im Ansatz zu erfüllen. Viel geschlafen, das habe ich. Vorher klingt das auch immer unwahrscheinlich lang, fünf Wochen gar nichts zu tun, aber im Endeffekt ist man dann doch immer beschäftigter als man denkt. Ich bin es jedenfalls.

Da war ein Kurzurlaub in Hamburg samt Besuch des Phantoms der Oper, ein Geburtstagsgeschenk meiner Eltern. Theaterbesuch mit der Berlinerin. Immerhin das Zimmer ist aufgeräumt, das habe ich geschafft. Aber sonst?
Wenig, viel zu wenig Zeit mit dem Freund verbracht, ebenso mit der Berlinerin. Nicht einmal all das aufgearbeitet, was während der Vorlesungszeit liegen geblieben ist. Und eine eigene Wohnung habe ich mir auch noch nicht gesucht, gut, dass die Uni auch vom Elternhaus erreichbar ist.

Kommt alles noch, kommt alles noch. Aber wann? Und wann hat die Zeit überhaupt angefangen damit, so an mir vorbei zu rauschen? Und, das wohl wichtigste, wie kann ich das stoppen? Nun liegen 15 Wochen Vorlesungszeit vor mir und so richtig klappt das noch nicht mit der Motivation. Wo ist die hin? Wann kommt sie zurück?

Fragen über Fragen, und niemand erzählt mir, wie es richtig geht, wie man es richtig macht. Werde ich wohl selbst herausfinden müssen, gleich nachdem ich das Badezimmer geputzt habe. Vielleicht, wenn der Freund heute Abend hier und das Leben wieder ein bisschen weniger grau ist.

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Schoko-Nuss-Bombe

Ich bin beileibe keine große Bäckerin.
Einer meiner ersten Backversuche endete damit, dass die Küchenmaschine auf höchster Stufe vor sich hin wirbelte und die Zutaten sich gleichmäßig über alles verteilt hatten, was in der Küche war – in der Folge strichen wir auch die Wände neu, das steht aber nur in entferntem Zusammenhang. Dieses Ereignis hat mich traumatisiert hinterlassen, aber mittlerweile trau ich mich doch wieder an den Ofen. Nicht häufg, aber immerhin. Und dieses Machwerk ist meine besondere Kuchenspezialität, eine absolute Schoko-Nuss-Granate. Der ultimative Nuss-Schokogasmus, und bis auf meinen Freund (der als Sportler eine Einstellung zu Essen hat, mit der ich mich bis heute nicht so richtig anfreunden kann) kenne ich fast niemanden, der hierbei nicht schwach wird. Daher dachte ich, ich teile das Rezept einfach mal mit meinen Mitmenschen.

Ihr braucht:

250 g Mehl
1 EL Backpulver
2 Eier
115 g Butter
110 g Zucker
2 Pck Vanillezucker
150 g gehackte Haselnüsse
125 g halbierte Walnüsse
50 g gehackte Mandeln
150 g Toffifee
100 g gehackte Schokolade
150 ml gezuckerte Kondensmilch

Dazu ist noch zu sagen: Die Mengenangaben bei Schokolade, Toffifee und Nüssen sind Schätzungen. Tatsächlich nehm ich, was ich finden kann, mische Zartbitter- und Vollmilchschokolade; zum Teil hacke ich auch nicht alles ganz klein sondern lass von allem noch ein bisschen was übrig, um es auf dem Teig, vor dem Backen, zu verteilen

Zunächst lässt man dann die Butter schmelzen und schneidet die Toffifee in dünne Scheiben. Auch hier lasse ich ein paar ganz zurück, die nachher oben drauf kommen. Dasselbe bei den Walnüssen – von denen lasse ich ungefähr 75 g zurück und hacke den Rest fein. Der Backofen kann schon auf 150°C vorgeheizt werden.
Dann mischt man Mehl und Backpulver, verquirlt die Eier, den Zucker und den Vanillezucker miteinander, mischt die Butter dazu und verrührt das ganze anschließend mit dem Mehl-Backpulver-Gemisch. In diesen Teig kommen dann die in Scheiben geschnittenen Toffifee, die gehackte Schokolade, die Walnüsse und ein Teil der Haselnüsse. Das ganze kann nun vermischt in einer Springform verteilt werden.
Ist das so weit fertig, kann die Oberfläche mit allem ausgelegt werden, was noch übrig ist. Die Walnüsse also, die gehackten Mandeln, die restlichen Haselnüsse, Toffifee und gerne auch Schokolade, all das wird großzügig auf der Kuchenoberfläche verteilt. Zuletzt wird das ganze Werk mit der Kondensmilch übergossen.
Wenn das geschafft ist, kommt der Kuchen für ungefähr 45 Minuten in den Ofen, bis er leicht gebräunt ist.

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Und wenn man es dann schafft, ihn ohne Verbrennungen aus dem Ofen zu nehmen, ist das ganze eigentlich ganz leicht. Wie gesagt, das kann sogar ich ganz gut, und das soll was heißen 🙂

Die Stille danach

Jetzt habe ich heute mein letzte Klausur hinter mich gebracht. Das Hochgefühl, das sich mit dem Verlassen der Halle einstellte, hat fast für den Stress der letzten Wochen entschädigt. Aber nur fast.

Und obwohl es jetzt erst zwei Stunden her ist, dass dieses Semester für mich somit endlich abgeschlossen ist, scharre ich jetzt schon mit den Hufen. Was jetzt? Was kommt jetzt?
Immer, wenn ich aus einer arbeitsintensiven Phase komme, fällt es mir schwer, wieder zu entspannen. Das war nach dem Abi ganz genau so: nach den Prüfungen hab ich mich kopfüber in die Abiball-Planungen gestürzt (zudem stand auch noch eine andere große Veranstaltung an, an deren Organisation ich beteiligt war), und noch Tage nachdem alles vorbei war, wachte ich morgens um sechs auf, bereit, Bäume auszureißen. Na ja, kleine jedenfalls.
Irgendwie habe ich es aber auch da geschafft, das hinter mir zu lassen und morgens wieder auszuschlafen, mal einfach einen Tag auf dem Sofa vorm Fernseher zu verbringen. Ich erinnere mich bloß nicht mehr daran, wie…

Deshalb nutze ich die Stille nach dieser Hektik jetzt, um Dinge zu tun, die ich schon lange tun wollte. Mein Zimmer endlich mal wieder aufräumen. So richtig. Mit allen Schränken und Regalen. Meine alten Schulsachen durchsortieren, gute Sachen behalten und den Rest wegwerfen. Eine Arbeitsblätter-Sammlung für meine Nachhilfeschüler anfangen. Den riesigen Stapel Bücher lesen, der ungelesen mindestens seit meinem letzten Geburtstag hier rumdümpelt. Briefe, Karten und E-Mails schreiben, die mir in den letzten zwei Wochen einfach dadurch gegangen sind. Geburtstagsgeschenke für Papa und die Berlinerin besorgen. Und Arzttermine, jawohl. Vielleicht sogar mal wieder zum Zahnarzt, das schiebe ich in der Regel geschickt vor mir her.

Es gibt so viel zu tun! Dieses Wissen beruhigt mich, das muss ich zugeben. Also, packen wirs an! Und am Ende der Semesterferien vorlesungsfreien Zeit schaue ich dann mal, wie viel hiervon ich wirklich geschafft habe…