Nicht mein Konzept

Ich fürchte, Monogamie ist nicht mein Konzept. Und das wäre wirklich ausgesprochen schade, wenn ich recht hätte, denn ich habe mir immer eine große Hochzeit gewünscht. Groß, pompös, mit einem wunderschönen Hochzeitskleid, leckerem Essen und ganz, ganz vielen Gästen. Alle müssen nett zu einem sein und alle feiern. Wer wünscht sich sowas nicht?

Was allerdings in meiner Vorstellung des perfekten Hochzeitstages nicht so richtig vorkam, das war der Mann. Und egal, wie verliebt ich bisher gewesen bin, oder wie glücklich mit meinem Freund, ich konnte mir nie vorstellen, mit dieser Person den Rest meines Lebens zu verbringen. Ganz im Gegenteil, wird mir mein Freund zu anhänglich beschleicht mich der starke Drang zu flüchten, und bei der Vorstellung, den Rest meines Lebens zu verbringen, ist mir wahrlich nicht zum Feiern zumute – mit dem Konzept der Ehe scheint mir das nicht so richtig vereinbar.

Und wenns dann schon irgendwann ne gemeinsame Wohnung gibt, mit Freund oder – man soll ja nichts pauschal ausschließen – Gatte, dann hätte ich auch gerne zwei getrennte Schlafzimmer, bitte. Man muss ja nicht immer getrennt schlafen, man kann ja durchaus das Bett teilen. Da hab ich überhaupt gar nichts gegen! Aber wenn man immer gemeinsam schlafen muss, das stresst doch.
Ich möchte dann auch mein eigenes Arbeitszimmer, in dem ich mich ungestört denken kann. Den Rest teile ich mir auch gerne, das ist okay. Und wenn es in den Ferienhäusern, auf die ich noch immer spekuliere, nur gemeinsame Schlafzimmer gibt, dann kann ich damit auch leben, ich wills ja nicht übertreiben.

So ganz weiß ich selber nicht, was ich will. Ich beneide alte Ehepaare, die ich kenne, darum, immer wen zu haben, mit dem sie über alles reden können. Sowas möchte ich auch haben, das finde ich toll. Aber wer sagt einem, dass das gut klappt? Ich bin ein Trennungskind, und das ist voll blöd. Das möchte ich mir nicht zumuten, und meinen Kindern auch nicht.

Kinder stehen auch auf meine Liste, jawohl. Ich weiß nur noch nicht, wie die in meinen Lebensplan – der ja eigentlich noch gar kein richtiger Lebensplan ist, sondern eher so eine „Das will ich nicht, dies will ich nicht“-Aufzählung – passen.

Ich stelle fest: es ist wirklich gut, dass ich noch viel Zeit habe bevor das ernst wird, das alles. Erstmal finde ich eine Wohnung für mich alleine, das wird super, wenns dann so weit ist. Und was diese Ehe/Monogamie-Geschichte angeht – vielleicht hab ich ja nur noch nicht den richtigen gefunden. Vielleicht treff ich ja irgendwann den Menschen, mit dem selbst ich mir eine feste Bindung vorstellen kann. Aber bis dahin denke ich, werde ich glücklich sein mit dem, den ich habe. Der ist nämlich toll, der Freund, ich möchte gar keinen anderen haben.

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