Die Ruhe vor dem Sturm

Nach so viel Gerede über „Bald gehts wieder los“ und „So schnell waren die Semesterferien schon wieder vorbei“ ist es nun morgen tatsächlich so weit und ich muss mich wieder früh aus dem Bett bewegen. Das tue ich zwar auch so, ich werde nämlich von zu viel Schlaf und Herumgeliege unausstehlich, aber morgen muss ich und das ist dann doch was anderes. Motivation ist zur Zeit eher niedrig, aber wenn ich morgen auf bin und mich zum Morgensport aufgerafft habe (toi toi toi!), dann wirds bestimmt besser. Eigentlich geh ich nämlich sehr gerne zur Uni und zudem besteht die erhöhte Wahrscheinlichkeit, den Freund dort zu treffen – was will man mehr?

Wie der heutige Titel bereits andeutet, war der Tag eher als letzter ruhiger Tag geplant bevor die Uni wieder anfängt. Vorlesungszeit bedeutet nämlich, entgegen aller Vorurteile, viel Arbeit und wenig Zeit, sich zu entspannen und zur Ruhe zu kommen. Leider brauche ich aber genau das, um nicht die Nerven zu verlieren; das passiert mir sehr schnell, gerade wenn ich das Gefühl habe, es könnte mir alles über den Kopf wachsen. Um dann nicht hysterisch zu werden und einmal zu reseten – genau so fühlt sich das nämlich an – braucht es relativ viel Kraft und alles an Ruhe- und gutem Gefühl, was ich nur aufbringen kann.

Tja, geplant, wie gesagt. Sehr passend singt James Blunt im Hintergrund gerade: „Tell me why all the best laid plans fall apart in your hands“.

Der Tag begann nämlich mit schlagartigem körperlichen Verfall unserer Ratte. Nachdem vor einem guten Monat ihre Schwester bereits gestorben war, ging nun auch Mrs. Hudson so schlecht, dass es kaum anzusehen war. Anstelle eines entspannten Morgens am Schreibtisch, um mich und mein Lernmaterial körperlich und seelisch auf die kommenden Monate vorzubereiten, stand also Mrs. Hudsons erster und letzter Besuch bei der Tierärztin an. Dass da nicht mehr viel nichts mehr zu machen war, das ist unübersehbar gewesen, und selbst Frau Doktor, die sonst sehr enthusiastisch zu Rettungen von Lebewesen jeder Art neigt, zögerte nicht.
Nur Mrs. Hudson hielt nicht besonders viel von unserem Plan. Mit allen Kräften gegen die Narkose ankämpfend weigerte sie sich standhaft, einzuschlafen – selbst Frau Doktor war beeindruckt von so viel Durchhaltevermögen einer Ratte und spritzte eine zweite Ladung als Mrs. beschloss, doch wieder über den Tisch zu krabbeln.
Nicht schön, sowas. Ehrlich nicht.

Ich tarnte meine Tränen als Folge von Allergie und Heuschnupfen, denn ich wusste sehr gut, dass ich völlig die Fassung verlieren würde, wenn ich das nicht weitgehend unter Kontrolle behielt. Traurig, aber alles besser, als sie weiter so leiden zu sehen wie sie unübersehbar litt.
Nicht schön, aber man kommt ja doch nicht darum herum. Als nächstes versuch ichs mit Fischen oder so. Die sind cool, aber man hat eine weniger persönliche Bindung zu ihnen. Keine schlechte Idee eigentlich, behalt ich für nach dem Studium mal im Hinterkopf.

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Ein Gedanke zu “Die Ruhe vor dem Sturm

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