Von Selbstkontrolle und Reflexion

Dass Selbstkontrolle und Reflexion in meinem Leben einen hohen Stellenwert haben, das fällt ein diesem Blog möglicherweise auf. Überraschend ist vielleicht, dass ich das schon auf ein erträgliches Maß zurückgestuft habe: Noch vor ein, zwei Jahren war jeder Tag komplett durchgeplant und zwar von morgens sechs bis abends zehn. Meine optimale Schlaf/Wach-Zeit ist das noch immer, daran hat sich nichts geändert, aber inzwischen schaffe ich es hin und wieder auch zu entspannen. Das perfekte Mittelmaß hab ich jedoch leider noch nicht gefunden.

Dieses Reflexionsding ist mein ständiger Begleiter. Keine Situation, in der ich nicht analysiere: Wie fühle ich mich? Wie wirkt das auf mich? Oder konkreter: Woran liegt es, dass ich dieses Lied mag? Erinnert es mich an Situationen, berührt mich die Instrumentierung, die Melodik, der Gesang, der Text? Was spricht mich an diesem Bild/diesem Gedicht/diesem Text an? Wieso ist mir dieser Mensch (un)sympatisch? Woher kommt mir dieses oder jenes bekannt vor?

Zum einen führt das dazu, dass ich ziemlich genau weiß, was mir gut tut und was nicht, und dass ich sogar im Voraus ganz gut einschätzen kann, ob mir eine Situation gut tun wird oder nicht. Zum anderen jedoch ist es auch furchtbar anstrengend. Große Menschenmengen, grelle Lichter, generell viel zu sehen löst schnell ein Gefühl der Überforderung aus.
Wenn bei uns im Ort Kirmes ist, dann schieben sich wahre Massen von Menschen durch blinkende Gassen, unterlegt von einem Soundtrack von lauter Musik, Gekreische, den Schüssen von Schießbuden, dem Knallen von Luftballons. Selbst wenn „laut“ nicht ohnehin schon mein persönliches Kryptonit wäre, nach ein paar Stunden auf dem Rummelplatz würde ich trotzdem denken, mein Kopf explodiert gleich. Zu viele Gesichter und meine Augen nicht schnell genug um alles wahrzunehmen.

Aber das führt weg von dem, worüber ich eigentlich schreiben wollte. Denn diese Sache mit der Reflexion hat außerdem noch den Nebeneffekt, dass ich ausgesprochen wenig impulsiv bin. Zu vernünftig für Eifersucht, zu vernünftig für richtig verknallt sein? Ich bin mir nicht sicher. Ständiges Analysieren kann auch entzaubern, aber ich werde es nicht los…

Bei Gelegenheit versuche ich mich noch einmal an einem Text zu diesem Thema, aber dieser Tag ist nun zuende.

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