Irgendwie anders

Der heutige Tag war irgendwie anders, anders jedenfalls als ich ihn geplant hatte.

Geschlafen hatte ich ohnehin schon äußerst wenig und auch heute morgen fühlte ich mich, als würde ich geradewegs in eine dicke, fette Grippe schlittern. Das ist aber nun überhaupt nicht der Plan und passt mir in die Planung gar nicht rein. Es ist doch bald Ostern!
Ich entschloss mich also, nach einem Blick auf den Vorlesungsplan, zuhause zu bleiben. Ich hätte sonst einen langen Tag vor mir gehabt, der zwar körperlich ausgesprochen anstrengend, jedoch was den Lernerfolg angeht relativ wenig effektiv gewesen wäre. Das lag zum einen an mangelnder Aufnahmefähigkeit meinerseits, aber auch daran, dass man Mathe nicht während der Vorlesung versteht. Man versteht das, wenn man nachher zuhause sitzt, am Schreibtisch, und die Vorlesungsunterlagen durcharbeitet, aber nur einige wenige kommen schon in der Vorlesung damit zurecht.

Ich bat daher die WiWi-Kommilitonen, zwei Mathestudenten, die wie ich Wirtschaftswissenschaften als Nebenfach haben, mir die Vorlesungsunterlagen von heute zukommen zu lassen, und legte mich wieder ins Bett.

Was macht man nun mit so viel (ungeplant) freier Zeit? Ich hätte immerhin von neun bis achtzehn Uhr heute in der Uni gesessen und wäre deswegen voraussichtlich von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends außer Haus gewesen (an dieser Stelle wird ein Grund deutlich, warum ich gerne in die Unistadt ziehen möchte: Vorlesung bis sechs, und wegen der katastrophalen Bus- und Zugverbindung erst zwei Stunden später zuhause. Das ist eine Strecke, für die man mit dem Auto eine gute halbe Stunde braucht).

Effektivität lautet das Zauberwort. Ich habe Vorlesungen vor- und nachbereitet, meinen Stundenplan fürs kommende Semester endlich endgültig fertig gestellt, und ich bin sogar schon fast mit den Hausaufgaben fertig. In einem Fach jedenfalls. Das ist ansich schon ein durchschlagender Erfolg und vielleicht werde ich heute Abend tatsächlich mit dem Gefühl ins Bett gehen, etwas geschafft zu haben.

Dazu kommt noch, dass es mir im Laufe des Tages immer besser ging und ich mir inzwischen ziemlich sicher bin, dass das mit dem Zuhausebleiben die richtige Entscheidung war. Ich bin weder besonders wehleidig noch bleibe ich gerne oder viel im Bett liegen – ganz im Gegenteil, lange herumzuliegen und nichts zu tun macht mich ganz hibbelig -, aber ich bekämpfe solche Anflüge lieber sofort und an einem Tag, an dem mein Fehlen nicht ganz so problematisch ist, als dass ich zur Uni gehe, nach einem langen anstrengenden Tag noch Hausaufgaben machen muss, und dann am nächsten Tag komplett darnieder liege. Das bringt ja nun auch niemandem etwas.

Und ich stehe auch über all den Sprüchen, die man zu hören bekommt, die Sätze und Einstellungen enthalten wie „Jaja, die Studenten, immer nur Nichtstun und wir müssen dafür bezahlen“. Stimmt nämlich überhaupt nicht!
Ich jedenfalls, ich bin weit entfernt vom Nichtstun. Ich bin froh, wenn ich in den Semesterferien mal zum Nichtstun komme. Seit locker acht Monaten will ich die Berlinerin in Berlin und den Kumpel in Mannheim besuchen, und meint hier irgendjemand, dass das bisher mal geklappt hätte? Nein!
Aber wir studieren ja alle noch ein bisschen und ich bin zuversichtlich, dass ich auch noch nach Berlin und Mannheim kommen werde. Und auch in all die anderen schönen Städte, in die es meine Freunde vielleicht nach ihren Auslandsaufenthalten verschlagen wird.

Überhaupt, die Zuversicht: nachdem ich am Sonntagabend einen vor Frustration und schlechter Laune nur so triefenden Text geschrieben habe, bin ich froh, dass nun trotz grauer Wolken der Optimismus wieder Einzug gehalten hat. Normalerweise bin ich nämlich nahezu zwanghaft optimistisch und zuversichtlich, bis wirklich gar nichts mehr zu retten ist. Darunter haben alle meine Kommilitonen zu leiden, aber es muss doch auch jemanden geben, der allen Widrigkeiten und störenden Tutoren/Dozenten/wissenschaftlichen Mitarbeitern zum Trotz die gute Laune behält und nicht durchdreht.
Sehr passend dazu konnte sich die Sonne bei meinen letzten Worten dazu durchringen noch ein paar Strahlen durch die ansonsten ziemlich dicken, grauen Wolken heute zu schicken:

Blick aus dem Fenster - wo kommen die Schatten plötzlich her, scheint etwa die Sonne?!

Blick aus dem Fenster – wo kommen die Schatten plötzlich her, scheint etwa die Sonne?!

Aber sie ist inzwischen auch schon wieder weg.

Meine gute Laune hingegen bleibt, morgen früh werde ich noch vor der Uni mit dem Kumpel frühstücken gehen und von seinen neuesten Eroberungen und Beziehungsproblemchen hören dürfen.

Ich wünsche eine schöne Restwoche – bedenkt man, dass der Freitag ein Feiertag ist, dann ist ja die Hälfte der Woche auch schon rum – und hoffe jetzt schon auf sonnige Ostertage!

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