Achterbahn, oder so etwas ähnliches.

Nun ist es schon über eine Woche her, dass ich die erste Nacht hier geschlafen habe, und ich warte noch immer geduldig darauf, dass ich mich hier mehr zuhause fühle.
Zur Zeit ist es schwierig und anstrengend und fühlt sich an wie viel zu viel, aber ich bin optimistisch, es wird wohl besser werden. Es kann auch eigentlich nur noch besser werden, bisher führte die imaginäre Achterbahnfahrt der Emotionen nämlich vor allem ziemlich steil bergab. Und ich frage mich immer wieder, wieso ich überhaupt eingestiegen bin. Achterbahnen vertrage ich doch gar nicht!

Der erste Abschied – Mama Belle steigt ins Auto und verlässt die Unistadt – war recht tränenreich. Genauer gesagt habe ich an dem Abend Rotz und Wasser geheult, ich sah so fürchterlich aus, dass ich mich kaum aus meinem Zimmer getraut habe.
Darüber bin ich inzwischen glücklicherweise hinweg, meistens jedenfalls.

So ganz sicher bin ich noch nicht, wie mir das WG-Leben steht. Ich brauch Menschen um mich herum, und das ist in dieser WG eben nur sehr eingeschränkt gegeben.

Der Mitbewohner ist Physikstudent und verbringt die Tage in der Uni oder in seinem Zimmer. So genau weiß ich auch nie, ob er nun hier ist oder nicht. Man hört fast nichts von ihm, man sieht fast nichts von ihm (hin und wieder horchen die Mitbewohnerin an seiner Zimmertür, ob er wohl noch lebt). Die einzigen Berührungspunkte sind morgens vor der Uni. Manchmal. Ich habe allerdings den Eindruck, dass er wartet, bis er uns in unsere Zimmer gehen hört, und dann schnell verschwindet, um so wenig wie möglich menschlichen Kontakt zu haben. Ein mysteriöser Zeitgenosse, der Gute.

Die Mitbewohnerin hingegen ist sehr offen. Wenn sie da ist und ich auch, dann unterhalten wir uns viel, kochen zusammen, putzen gemeinsam. Das scheint ganz gut zusammen zu passen, sie und ich. Sie ist allerdings oft auch weg, bei ihrem Freund oder ihrer besten Freundin. Wie heute, beispielsweise, und dann sitze ich hier alleine.
Bekomme den Hintern nicht richtig hoch und verfalle in endlos lange Grübelei. Aber immerhin sitze ich nun auch mal wieder am Laptop!

Und werde mich an die Hausaufgaben machen. Eine Herausforderung, weil ich nämlich in den letzten Tagen auch noch krank gewesen bin. Aber der Mensch wächst an seinen Aufgaben, und vielleicht sorgt ja diese ganze Geschichte dafür, dass ich mich weniger abhängig von anderen Menschen fühle.

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2 Gedanken zu “Achterbahn, oder so etwas ähnliches.

  1. Das wird schon noch 🙂 Bei mir war’s ein wenig anders, ich bin gleich mit Beginn des Studiums in eine WG gezogen (u.a. weil ich 400 km von meinem Heimatort entfernt studiere 😀 ) und war am Anfang erstaunt, wie leicht es mir fiel, irgendwie. Man kennt sich ja son bisschen und ich hatte ehrlich gesagt, anderes von mir erwartet. Das 2. Semester war dann extrem hart irgendwie, stellenweise ging’s mir da gar nicht gut, dann war’s auch noch Sommer, heiß usw… Jetzt, vor dem 4. Semester, war ich nochmal gespannt, wie’s werden würde, weil meine Mitbewohnerin ausgezogen ist und ich jetzt erst einmal übergangsweise ganz alleine wohne. Mir geht’s damit allerdings sehr gut und so langsam spüre ich insgesamt in der Stadt eine Art “ich bin hier angekommen”-Effekt. Hat lange gedauert und nächstes Jahr bin ich wieder weg… 😀
    Aber wenn du dich mit der Mitbewohnerin gut verstehst, ist das ja schonmal viel wert 🙂 Und ansonsten kann ich nur raten, sich Beschäftigungen, ein Hobby zu suchen, was man mit anderen Leuten ausüben kann. Ich bspw. gehe babysitten und singe im Chor – selbst wenn sich da keine super-dollen Freundschaften entwickeln, es tut sehr gut, raus und, außerhalb der Uni, unter Leute zu kommen, was zu tun zu haben 🙂
    LG

    • Na, das ist doch ermutigend! Vielen Dank für diesen Einblick, dann besteht ja noch Hoffnung (und ich warte einfach weiterhin geduldig 😉 ).
      Und der Vorschlag, eine Beschäftigung zu suchen, klingt auch vernünftig, das werde ich demnächst mal in Angriff nehmen.

      Liebe Grüße! 🙂

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