Feels like home

Niemand, der mich auch nur ein kleines bisschen kennt, hätte auch nur für möglich gehalten, dass das Glücksgefühl der Woche mich ausgerechnet beim Joggen ereilen würde. Selbst wenn man nur in diesem Blog ein wenig liest, stellt man zum Beispiel hier oder vielleicht hier fest, dass ich auf wirklich hohem Niveau unsportlich bin. Wie konnte es also dazu kommen?

Fangen wir von vorn an. Ich bin unzufrieden, so ganz allgemein, und ich habe mal gelesen, dass Sport Endorphine freisetzen soll. Ganz sicher jedenfalls setzen ein, zwei, fünf Kilo weniger auf der Waage Endorphine frei, davon bin ich überzeugt. Um das zu erreichen (und da die in den ersten Beiträgen erwähnte Cardio-BBP-DVD bei meiner Familie geblieben ist), versuche ich es jetzt mal mit laufen. Der heutige Tag bot sich an, er drängte sich geradzu auf: Noch keine Hausaufgaben, die unmittelbar anstehen, den ganzen Mittag/Nachmittag/Abend frei und alleine in der WG, morgen erst zurück nach Hause und nach viel Regen, Wind und Gewitter draußen wieder Sonne in Kombination mit durchaus akzeptablen Temperaturen. Nachdem ich die Waschmaschine angestellt, Küche aufgeräumt und das Badezimmer geputzt hatte, wusste ich auch einfach nichts mehr mit mir anzufangen, und da dachte ich mir, ich tus einfach.

Meine WG befindet sich in einem Haus, das erstaunlich nah an freiem Feld liegt – das ist mir überhaupt nicht bewusst gewesen, muss ich gestehen. Nun weiß ich es jedenfalls, und ich habe sogar die Warte gefunden, die hier in der Nähe sein sollte (ist sie auch, ziemlich genau eineinhalb Kilometer von meiner Haustür entfernt).
Obwohl ich keine Ahnung habe, ob der Turm offiziell öffentlich zugänglich sein soll – er war zwar geöffnet und es hing ein Hinweisschild vom Bürgermeister an der Wendeltreppe, das „Betreten auf eigene Gefahr“ oder so ähnlich lautete, jedoch sah das Schloss an dem eisernen Tor eher aus, als sei es aufgebrochen worden -, konnte ich es nicht lassen, ich musste da hoch! Ein gewisses Unbehagen vor hohen Höhen, das mir auch ziemlich angemessen und vernünftig erscheint, in Kooperation mit äußerster Anfälligkeit für Schwindelgefühle sorgen zwar für ziemlichen Respekt vor hohen Gebäuden, aber es fasziniert mich auch wahnsinnig, hoch oben zu stehen und weit sehen zu können.

Es hat sich gelohnt! Nicht nur der Ausblick, das ganze Paket, der Turm, alles um ihn herum, das fühlt sich an, als könnte es ein schöner Ort sein. Ein Ort werden, an dem man sich zuhause fühlt, vielleicht, irgendwann mal. Wie das eben so ist, da entdeckt man dann hier und da irgendwie besondere Stellen, über so etwas kann ich mich immer freuen.

Das Gefühl, wieder zuhause zu sein, hatte ich allerdings an einem anderen Ort: Auf der Brücke über eine Bundesstraße. Okay, es ist keine Autobahnbrücke, wie wir die in meinem Heimatdorf haben. Aber eine Brücke, auf der man stehen kann, um schnell vorbeifahrende Autos zu beobachten, und das habe ich immer schon gerne gemacht. (Ich glaube, das entstand ursprünglich aus der konditionellen Notwendigkeit, wenn man es auf die Brücke geschafft hatte, endlich eine Pause einzulegen; das ist aber eine ganz andere Geschichte)

Belle jedenfalls steigt jetzt glücklich, zufrieden und energiegeladen in ihr Wochenende ein.

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