Ich liebe… #1

Eine der größten Schwächen, die ich vorweisen kann, ist die für Tante Dimity. Da zumindest in meinem Umfeld so gut wie niemand Tante Dimity kennt, sollte ich das wohl etwas näher erläutern:

Tante Dimity ist Figur einer gleichnamigen Krimi-Buchreihe, die in den Cotwolds in England spielt. Hauptperson ist die Amerikanerin Lori Shepard, die die Geschichten aus der Ich-Perspektive erzählt. Sie erzählt von ihrem Mann Bill und ihren Kindern Will und Rob, mit denen sie gemeinsam in dem kleinen, verschlafenen Dörfchen Finch lebt. Man lernt die Dorfbewohner kennen sowie viele alte und neue Freunde, die Lori und ihre Familie in England finden; und nicht zuletzt eine weitere, etwas ungewöhnliche Bewohnerin des Cottages, Tante Dimity.
Dimity Westwood war zu Lebzeiten eine gutherzige, großzügige und wohlhabende Engländerin, der Loris Cottage gehörte. Nach ihrem Tod vererbte sie Cottage und Vermögen an Lori, kann es allerdings nicht lassen, mithilfe eines blauen Notizbuchs aus dem Jenseits mit Lori zu kommunizieren…
Klingt irgendwie seltsam, ist aber großartig!

Ich liebe die Buchreihe, weil sie spannend ist ohne blutig zu sein, ein gewisses Maß an Mystery-Anteilen besitzt, häufig wirklich interessante geschichtliche Bezüge bietet, weil sie in England spielt und weil die Charaktere und Schauplätze einfach hinreißend liebenswert sind. Nancy Atherton beschreibt die Gärten, Cottages, Herrenhäuser, Dörfer und Städte so lebendig und eindrucksvoll, dass man meint, man wäre dort gewesen (und in meinem Fall: Dass man zutiefst wünscht, man wäre dort gewesen). Und die Akteure sind so lebendig, dass man sie einfach gernhaben muss.
Das einzige, was mich stört, sind zum Teil die deutschen Übersetzungen der einzelnen Bände. So kommt es vor, dass die Augen einer Person bei ihrem ersten Auftritt als veilchenfarben beschrieben werden (was blau wäre, wenn mich nicht alles täuscht), im nächsten Buch dann jedoch als violett. Entschuldigung? Violette Augen?! Tatsächlich bedeutet das englische „violet“ sowohl violett als auch Veilchen (und demzufolge veilchenfarben), aber ich würde mal ganz stark davon ausgehen, dass die Autorin dem lieben Kit keine violetten Augen verpassen wollte.
An anderer Stelle wird berichtet, Lori habe eine Krankenschwester beim Besuch einer kranken Freundin kennen gelernt – tatsächlich fand das Kennenlernen der beiden allerdings fünf Bände zuvor bei dem Besuch eines definitiv männlichen Freundes statt. Das mag kleinlich klingen, aber mir sind eben solche Kleinigkeiten wichtig – gerade bei so liebevoll geschriebenen Werken wie Tante Dimity. Da stört es mich tatsächlich, wenn aus dem Namen Weatherhead Weatherall wird und aus Neuseeland Australien. Aber was solls?

Als ich nämlich gerade Pause machte vom Lernen und meine Tante-Dimity-Bücher in die richtige Reihenfolge bringen wollte (das hatte ich schon seit meinem Umzug vor mir hergeschoben), stellte ich fest, dass mir von den bisher 18 in deutscher Sprache herausgegebenen Büchern eines fehlt: und zwar ausgerechnet das sechzehnte, das nicht mehr käuflich zu erbwerben zu sein scheint. Auf meiner Suche nach „Tante Dimity und das verhexte Haus“ fand ich im Internet nur einige Exemplare für 25 Euro und mehr, was mir für ein Taschenbuch, das im Original knapp neun Euro gekostet hätte, definitiv zu viel ist. Da aber aber die deutschen Übersetzungen sowieso nicht so richtig gut gefallen, habe ich mir besagten 16. Band in Originalsprache bestellt. Das Design passt zwar nicht wirklich zum ersten Band, den ich schon in Originalausgabe habe, aber besser als gar nichts.

Falls allerdings jemand zufällig Tante Dimity und das verhexte Haus zuhause rumliegen hat und nicht ganz so überteuert loswerden möchte, darf er sich gerne melden!
So. Das Wort zum Samstag.

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