Verpasste Ziele, neue Pläne

Nach dem Gottesdienst heute morgen hab ich doch einen Rückzieher gemacht und bin nicht mit zum Mittagessen gegangen. Das hatte mehrere Gründe – ich behaupte zwar, dass es hauptsächlich am Zeitdruck wegen des Lernens lag, aber tatsächlich hab ich mich ganz einfach nicht getraut. Ja, so ist das, ich bin nämlich wirklich unglaublich menschenscheu. Am liebsten würde ich immer als erstes wen anders vorschicken und das Terrain sichern lassen. Wie schade, dass das im echten Leben nicht immer so funktioniert (und auch nicht wirklich erstrebenswert ist, wenns dann doch in Richtung „Erwachsensein“ gehen soll).
Nun ja, so viel zu den verpassten Zielen.

Und was die neuen Pläne angeht…
Ehrenamt ist schon immer etwas gewesen, was mich angezogen hat. Sicherlich auch deswegen, weil es mir familiär vorgelebt wurde.
Ich war Schulsanitäterin und in der Schülervertretung, habe Stunden in unserer Aula verbracht um aufzubauen, aufzuräumen und Getränke zu verteilen, Flötennachwuchs im Tambourkorps ausgebildet und besitze ein wirklich beeindruckend zu lesendes (redet der da wirklich von mir?!) kirchliches Führungszeugnis über ehrenamtliche Mitarbeit im Laufe von sieben Jahren.
So viel zur Vergangenheit.
Inzwischen verbringe ich die Wochen in der Unistadt, wo unter der Woche nichts spannendes zu tun ist. Für mich jedenfalls, ich bin eigentlich überzeugt davon, dass hier problemlos Beschäftigungen zu finden sind, aber ich hab wohl noch nicht überzeugt genug gesucht.
Und genau darum gehts, in einer Stadt wie dieser dürfte es doch einige Möglichkeiten zur ehrenamtlichen Betätigung geben; mehr jedenfalls als ich meiner schnuckeligen Heimatgemeinde.
Die vorlesungsfreie Zeit möchte ich gerne nutzen, um mich über genau diese Möglichkeiten zu informieren, und vor allem: mir zu überlegen, was ich eigentlich machen will. Mit Kinderkirche habe ich sieben Jahre Erfahrung (sechzehn, wenn ich meine eigene Kindheit mitrechne), aber ist das eher ein Argument für oder gegen Kinderkirche hier? Einerseits würde es mich schon interessieren, wie Kinderkirche anderswo funktioniert, aber andererseits sind sieben Jahre auch schon eine lange Zeit, nach der man auch mal was anderes machen könnte. Zudem bin ich an Wochenenden tendenziell auch eher mal in der Heimat, das ist also nicht ideal.
Spannend finde ich schon lange Hospizarbeit. Das wäre tatsächlich auch etwas, was man hier in meiner Unistadt machen könnte. Dagegen spricht, dass ich von Natur aus nicht so dazu neige, auf Menschen zuzugehen (das erwähnte ich schon), und fast noch mehr, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich selbst stabil genug dafür bin, sterbende Menschen und ihre Angehörigen zu begleiten. Ob ich in der Lage bin, das, was man in einem solchen Ehrenamt erlebt, zu verpacken, ohne dass es mich zu sehr mitnimmt. Ehrlich, ich habe keine Ahnung. Am Ende säße ich da und hätte mehr mit den Tränen zu kämpfen als die betroffenen Angehörigen – ich bin einfach sehr nah am Wasser gebaut.

Man sieht eindeutig: Sehr wenig ausgereift bisher. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, und jetzt habe ich meine Gedanken hiermit schon etwas mehr sortiert.

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