„Entschuldigung, sind Sie auch deutsch?“: Italien, die Sechste (9.10.2014)

Unser letzter ganzer Tag in Rom stand ganz im Zeichen Deutschlands und ließ so Heimatgefühle aufkommen.

Zunächst sprach mich noch im Hotel ein anderer Gast (ein Lufthansa-Pilot, wie ich später mitbekam – Uniformen können ziemlich heiß sein, aber dazu in ein paar Tagen mehr) auf Deutsch an. Keine Ahnung, woher er wusste, dass ich Deutsch sprach, denn ich war mir ziemlich sicher, dass wir uns vorher noch nicht begegnet waren – aber vielleicht hatte er mich mit meiner Familie reden hören.

Auf dem Weg zum Zug waren wir ein weiteres Mal so spät dran, dass wir unter der Schranke her mussten. Dieses Mal allerdings völlig unnötig, weil der Zug, den wir nehmen wollten, nämlich leider ausgefallen war. So saßen wir also über eine Stunde gemütlich zwischen zwei viel befahrenen Straßen am Bahnhof von Sassone und vertrieben uns die Zeit mit unnützen Diskussionen. Aber ist ja Urlaub!

Im Termini gabs Baguettes, dann wollte das Brüderchen unbedingt in einen Musikladen, den es bei google maps auch gefunden hatte (wo andere Menschen Tassen oder Magneten aus Urlaubsorten sammeln, kauft er sich lieber Pleks für die Gitarre). Diesen Laden jedoch im echten Leben zu finden war eine ganz andere Nummer. Aber praktischer Weise fand Mama Belle einen Verkäufer, der uns sehr zuvorkommend den Weg zeigte – kein Wunder, einem Blick in die Auslage seines Tabak- und Spirituosenladens auf „Führerwein“, Hitlergruß-Fotos von Hitler selbst und ähnlichem nach zu urteilen war der gute Mann wohl eher germanophil. Und Belle völlig fassungslos, dass man sowas heutzutage einfach noch verkaufen/kaufen kann.

Von dort aus jedenfalls zog es uns in Richtung der Kirche Sant‘ Ignazio di Loyola, die ziemlich beeindruckend und durch ihre Größe etwas weniger erdrückend war als viele zuvor gesehene; zum Pantheon, das definitiv zu den Highlights gehört, auch wenn ich es nicht weiter beschreiben kann – es ist wirklich sehenswert; zu den wunderschönen Plätzen Campo de‘ Fiori und der Piazza Navona; und zwischendurch auf den „besten Kaffee Roms“ (laut spotted by locals) ins Caffé Sant Eustacchio.

Das Abendessen ließen wir uns in einem Restaurant umgeben von Deutschen schmecken. Dort sprachen uns die Gäste am Nebentisch an, ob es hier in der Gegend ein Hotel gäbe, das bei Deutschen besonders beliebt sei (keine Ahnung, der germanophile Spirituosenhändel war jedenfalls in einer ganz anderen Ecke).

Bei einem Spaziergang zurück zur Piazza di Spagna erlebten wir dann auch Rom in Dunkelheit, bei Nacht, ebenfalls wirklich schön.
Im Zug auf der Fahrt durch eben diese Nacht fragte der Schaffner dann, wo wir herkämen, und imitierte ziemlich gekonnt Angela Merkel. Ich sachet ja, da fühlt man sich fast wie zu Haus.

Zum endgültigen Abschluss der Urlaubs genossen wir Dosenbier und Sprite mit Blick über die nächtliche ewige Stadt von der Terrasse des Hotels. Alles in allem: ein wirklich schöner Urlaub, ein herrliches Hotel und eine Stadt, die es sich auch mal wieder zu besuchen lohnt.

(Zum ersten Teil des Reiseberichts geht es hier)

Advertisements

Ein Gedanke zu “„Entschuldigung, sind Sie auch deutsch?“: Italien, die Sechste (9.10.2014)

  1. Pingback: Kirchenkitsch: Italien, die Fünfte (8.10.2014) | Aber doch wenigstens auf Lehramt, oder?!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s