Spieleabend

Ernsthaft, Belle? Siehst du dir zu, wie du hier sitzt?
Es ist viertel vor zehn an einem Donnerstagabend, an dem Uniparty ist (und freier Eintritt im Club!), und was tust du? Du sitzt in der Uni und schaust deinem Freund und seinen Freunden zu, wie sie spielen. Ein sehr interessantes Spiel, ich glaube, es heißt Dominion und die werten Herren spielen es gleich mit zwei Erweiterungen. Die guten Nachrichten: Ich glaube, inzwischen verstehe ich das Spiel. Und ich glaube, dass es langsam auch sehr viel amüsanter wird – das Bier wird weniger und die Lautstärke nimmt zu. (Zur Zeit streiten sie, in welcher Reihenfolge Aktionen durchgeführt werden müssen.)

Ein guter Zeitpunkt, über das neue Jahr nachzudenken. Oder darüber, was es bisher so geleistet hat.

Belle ist glücklich. Sie hat ihren wundervollen Freund, hatte einen wahrhaft fantastischen 21. Geburtstag, obwohl es der erste war, den sie von morgens bis abends in der Unistadt verbracht hat. Wenn der Freund nicht gewesen wäre, hätte sie sicherlich sehr viel mehr geweint.
So war die Familie zum Essengehen in der Unistadt und es war ein wirklich schöner Tag.
Geburtstage sind ansonsten eigentlich nicht so meins, der Tag verging also recht unspannend.

Das kommende Wochenende wird hingegen etwas voller. Nicht nur Belle hatte nämlich am Montag Geburtstag, auch Mama Belle am Mittwoch und am kommenden Sonntag sowohl der Freund als auch Papa Belles Freundin. Viel zu tun also, und noch viel wichtiger: viele Geschenke zu besorgen!
Das für Mama Belle ist natürlich schon lange gekauft gewesen und auch schon ausgepackt. Das für Papa Belles Freundin hat dankenswerterweise Papa besorgt, aber was mache ich nun mit dem Freund?
Diese Frage wird mich mindestens bis Sonntag verfolgen. Vielleicht find ich morgen in der Stadt was passendes. Für Vorschläge wäre ich sonst auch immer offen…

Was könnte das neue Jahr sonst so bringen?
Ich freue mich darauf, viel Zeit mit dem Freund zu verbringen. Wenn ich es nicht schaffe, ihn vorher schon zu vergraulen, dann lerne ich im März seine Familie kennen – nicht, dass ich mich auf diese Situation besonders freuen würde, aber ich habe bei ihm das erste Mal das Gefühl, dass es passt. Dass es ganz hervorragend passt und dass ich ihn behalten will.
Und es macht mir keine Angst, wenn er von März redet.

Die Uni macht mir zur Zeit weniger Angst als sie es schonmal getan hat. Ich könnte mir vorstellen, dass ich das Semester vielleicht überlebe  (ganz vielleicht).
Und sogar für den neuen Tutorenjob im kommenden Semester habe ich mich bereits beworben, darauf bin ich ein bisschen stolz!

Ich kann mich echt nicht beklagen. Vielleicht mache ich die Tage mal einen Rückblick aufs vergangene Jahr, das könnte ich mir durchaus interessant vorstellen…

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