Nur ein bisschen Kleinkram

Heute ist der letzte Montag des vorletzten Monats des Jahres (das klingt mehr nach Ende als es gemeint ist). Vor allem heißt das folgendes: morgen ist der Tag, an dem ich die Nerven verlieren werde. Morgen ist der erste Kläppchen-aufmach-Tag. Morgen ist Seminar-Vortrags-Tag. Morgen ist der erste Tag eines Adventsprojekts mit ganz vielen anderen tollen Blogs. Morgen beweist Belle die Transformationsformel…

Ich habe es schon vor einigen Monaten prophezeit (siehe zum Beispiel hier) und es kam genau wie erwartet: Angststarre par excellance.
Belle tigert durch die Wohnung auf der Suche nach Produktivität. Sie nimmt einige Teller in die Hand, die vom gestrigen Abendessen auf dem Couchtisch übriggeblieben sind – und stellt sie wieder weg mit dem dringenden Bedürfnis, etwas fürs Seminar zu machen. Es muss doch noch was zu machen sein!
Zurück am Schreibtisch fällt der Blick auf die markierten, durchgestrichenen, verbesserten, zerlesenen Seiten der Ausarbeitung und der Mut sinkt.
Das soll ich vortragen? Morgen? Vor Menschen?
Wo um alles in der Welt kam der Mut her, sich für sowas anzumelden, und wieso studiere ich überhaupt noch, um Himmels Willen?

Alles wird gut. Bis morgen Abend werde ich nichts essen. Alles wird gut. Und doch gibts morgen das erste Adventskalenderkläppchen. Alles wird gut.

Alles wird gut.

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Dieses Weihnachtsstimmungsding

Weihnachten ist immer schon mein Lieblingsfeiertag, mein Lieblingsfamilienfest, meine Lieblingsferienzeit, meine Lieblingszeit gewesen.
Noch weit über das normale Alter hinaus habe ich die Augen verschlossen vor Desillusionierung, vor der unvermeidbar scheinenden Entzauberung meines Herzensfestes. Längst legendär ist in unserer Familie der Dialog zwischen der jungen Belle und ihren Eltern: „Du, wir müssen dir was sagen… Das Christkind gibt es gar nicht“ – „Und den Osterhasen auch nicht, oder was?!“
Ein kleines bisschen ist meine Welt wohl in der Sekunde zusammengebrochen, auch wenn ich diese Vermutung sicherlich schon vorher hatte – immerhin war ich schon in der Schule. Aber verdammt, ich wollte glauben!

Seit dem verhängnisvollen Abend ist natürlich eine Menge Zeit vergangen, aber ich habe den Weihnachtszauber für mich bewahrt. Ich bestehe aufs Wunschzettelschreiben, wenn es auch „nur“ das gemütliche Beisammensein mit Mama Belle und dem Bruderherz bedeutet, und ich freue mich jedes Jahr wieder aufs Kinderkirchenkrippenspiel. Meinetwegen könnte es ewig so weitergehen.

Doch schon letztes Jahr war irgendwie kaputt und ernüchternd, und ich habe mich mehr auf das Ende der Feierlichkeiten gefreut als auf alles andere. Die bis dahin beste Freundin, die unfeierliche Stimmung im Hause Belle, der umstrukturierte (und falsche!) Heiligabend mit seinem leeren Ausklang… Was wird dieses Jahr bringen?

Eigentlich war ich fest motiviert, mich vom letzten Jahr nicht beirren zu lassen. Der Freund wurde eingestielt, ich konnte Weihnachtsdeko, Plätzchenbacken und Weihnachtsdüfte durchsetzen. Und dann ereilte mich die Erkenntnis: Weihnachten heißt dieses Jahr vor allem, dass der Freund und ich eine knappe Woche getrennt sein werden. Natürlich, das ist nicht die Welt und natürlich haben wir davor und danach – aber wenn Weihnachten doch das Fest der Liebe ist, wie kann ich mich darauf freuen, wenn so ein wichtiger Mensch fehlt?
Ich würde diesen Text gern mit der Lösung meines Problems beenden, ich würde gern sagen: „Überhaupt kein Ding, ich mach das so: *kluge Idee einfügen*, und dann komm ich damit locker klar“, aber ich hab keinen Plan.

Alles, was ich kann, versuche ich: Weihnachtsduft. Weihnachtsshopping. Weihnachtsmusik. Und ein Weihnachtsprojekt, über das ich noch nicht mehr sagen werde, auf das ich mich jedoch sehr freue.
Und mache das beste daraus.

Projekt Bücherregal: Der dritte Monat

Nach diesem Freitag, nach diesem Wochenende, war mir nicht nach lesen, nicht nach schreiben, nicht nach reden, nicht nach hören. Im Zwiespalt zwischen Angst – denn wie soll man in dieser Welt leben, ohne Angst zu haben? – und der Überzeugung, dass man dieser Angst trotzen und das Leben weiter lieben muss, schreibe ich nun doch den geplanten Text über den erfolgreichen dritten Monat meines Projekts „Bücherregal“. Ich habe leider nicht so ausführlich Buch geführt wie in den Monaten zuvor, aber ich hoffe, dass ich trotzdem alles hintereinander bekomme.

David Arnold: Auf und davon (12.10. – 13.10.)
Dieses Buch schaffte es erst vor kurzer Zeit in mein Regal und war ein lovelybooks-Verlosungsgewinn. Eigentlich ein Jugendbuch, aber in seinem Witz auch überaus berührend und sympathisch geschrieben; ein Roadtrip, von dem ich nicht gedacht hätte, dass er mir so gut gefallen würde (trotz einiger unrealistischer Wendungen/Geschehnisse). Durchaus zu empfehlen. (Rezension)

D.E. Stevenson: Stich ins Wespennest (03.10. – 18.10.)
Diesen Roman fand ich so amüsant und unterhaltsam, dass ich kaum glauben mochte, wie alt er anscheinend tatsächlich ist – wurde er doch in den Jahren geschrieben, in denen er spielt. Eine spannende Sozialstudie im England der 30er Jahre und ein Buch, um laut zu lachen. (Rezension)

Silke Nowak: Penelopes Tod (19.10. – 19.10.)
Auch dieses Buch kam durch eine Buchverlosung zu mir und ich war sehr darauf gespannt. Thriller sind eigentlich nicht so mein Ding – glaube ich, denn ich habe sie bisher kaum gelesen. Möchte ich aber eigentlich gern ausprobieren.
Penelopes Tod war allerdings nicht der atemlos spannende Roman, den ich erwartet hatte. Das Ende kam plötzlich, aber die Wendung hat mir gefallen – und interessanterweise blieb der Wunsch zurück, eine Beziehung zu haben wie Chris und Penny. Ich glaube aber (man beachte dabei die mangelnde Erfahrung), dass man etwas anderes lesen sollte, wenn man einen Thriller lesen möchte. (Rezension)

Jean-Paul Didierlaurent: Die Sehnsucht des Vorlesers (19.10. – 26.10.)
Mein erster richtiger Leserunden-Gewinn, auch wenn mir (aufgrund des Unistarts) die Zeit fehlte, ihm so viel Aufmerksamkeit zu widmen, wie er es verdient hätte.
Die Sehnsucht des Vorlesers ist auf jeden Fall ein lesenswertes Buch, das poetisch und leise ist, stellenweise etwas seltsam, und das ich schon zum Lesen weitergegeben habe. Einhelliges Urteil: Lesen, wenn man diesen speziellen, französisch-touchigen Stil mag. Ich mag ihn. (Rezension)

Leonie Haubrich: Der Zweite (26.10. – 30.10.)
Ein weiterer lovelybooks-Gewinn, der mich etwas ratlos zurückgelassen hat: Was soll ich davon nur halten? Ein echter Psychothriller war auch das für mich nicht. Plot-Twists jedoch mag ich, diesen Pluspunkt hat der Roman.
Stellenweise klang die Sprache allerdings etwas hölzern und ungelenk (und wer einen Tag vor einer Matheklausur an der Uni noch Formeln in den Kopf pauken muss, der kann sonst nicht wirklich der ultimative Überflieger sein, auch nicht, wenn er dann einen schlechten Tag hat). Man kann es schon ganz gut lesen, aber umgehauen hat es mich nicht. (Rezension)

S.K. Tremayne: Eisige Schwestern (02.11. – 03.11.)
Dieses Buch zählt eigentlich nicht als SuB-Abbau, da Schwiegermutti es mir geliehen hat, als sie hörte, ich hätte letztens auch noch was mit Zwillingen gelesen (Der Zweite). War nicht schlecht, aber auch nicht umwerfend. Von einem Thriller hätte ich mehr Spannung erwartet, die hier eher konstruiert wirkte, als dass sie mich wirklich gepackt hätte. (Rezension)

Trudi Canavan: Sonea – Die Königin (04.11. – 15.11.)
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich diesen letzten Band beendet – okay, zugegeben, in Wirklichkeit waren es zwei weinende Augen. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung für alles von Trudi Canavan, das ich kenne. So so so schön!

Passend zum Thema Lesen ist Ende der Woche der zwölfte bundesweite Vorlesetag, zu dessen Anlass in der Nachbarstadt des Heimatortes seit einigen Jahren ein Lesefestival stattfindet. Da ich kommendes Wochenende samt Freund genau dort (also in der Heimat) sein werde, wird er mit mir dorthin kommen müssen – denn ich freue mich jedes Jahr sehr auf diesen Abend.
Menschen aus der Stadt lesen in verschiedenen Lokalen vor, es gibt Kleinigkeiten zu essen und zu trinken und im Ganzen ist die Stimmung immer wirklich schön. Empfehlenswert!

Kurzer Monatsrückblick (10/15)

Etwas verspätet, zugegeben, aber besser spät als nie. War einfach eine Menge los hier. Aber Vorhang auf!

Wie war der Monat?

Gut. Der Unistart war – obwohl naturgemäß stressig – zu einem guten Zeitpunkt, der Vorkurs hat schön geendet, Walk Off The Earth haben ein Highlight geliefert… 5 von 5 Punkten!

Mehr ausgegeben oder weniger?

„Oktober wird sicherlich viel besser werden“ am Arsch. Aber ich achte drauf, weniger auszugeben, wenn ich auch nicht wirklich nen Überblick habe, wie viel das ist. Im November vielleicht?

Mehr bewegt oder weniger?

Zwischendurch zum Unisport angemeldet gewesen, aber meine Veranstaltung fiel flüchtlingsbedingt für dieses Semester ins Wasser. Gleichbleibend daher.

Das leckerste Essen?

Am Brudergeburtstag gabs Pizzasuppe und Zwiebelkuchen, das war grandios lecker. Zudem war Kirmes in der Heimat, da trumpft ekelhaft fettiges Budenessen natürlich überzeugend auf.

Die beste CD?

Walk Off The Earths Voract, Scott Helman, hat uns im Sturm erobert. Wenn man es in Deutschland bestellen könnte, dann hätte ich sein Album bereits als CD in der Hand, aber so muss ich mich mit Napster begnügen.

Das Highlight des Monats

Ganz klar das oben bereits erwähnte Konzert von Walk Off The Earth. Wer von dieser Band noch nichts gehört hat (und das sind selbst in meinem direkten persönlichen Umfeld erschreckend viele), der sollte diese Wissenslücke sehr bald schließen. Man wird es nicht bereuen!
Diese großartigen Musiker (alle! alle, alle, alle!) auf der Bühne zu sehen, das war nicht nur das Highlight des Monats sondern sicherlich eines der Highlights des Jahres. Und selbst der Freund war mit und begeistert!

Morgen steht ein Kurzvortrag an, drei Wochen später ein Seminarvortrag und damit sind dann sehr bald die schlimmsten Veranstaltungen des Semesters passé. Hoffen wir, dass ich nicht während einer der beiden Horrortage die Nerven verliere und jemandem wehtu.
Ich selbst könnte kaum gespannter auf mein Novemberresümee sein!