Wünsche

Was ich mir wünschen würde, wäre Spaß am Rausgehen mit Freunden, abends. Einfach mal gemütlich in eine Kneipe, in eine Cocktailbar, zu jemandem nach Hause; etwas essen gehen, etwas trinken gehen, tanzen. Wie schafft man das?

Denn ich hasse es, ich hasse es so sehr. Da sind diese vielen Menschen, die laut sind und stressig. Alle reden gleichzeitig und ich kann mich bei dem Lärm nicht konzentrieren und bekomme Kopfschmerzen. Irgendwann gebe ich es auf, den Gesprächen folgen zu wollen, weil es so anstrengend ist. Und dann? So fremd in der Runde von Menschen, mit denen ich doch eigentlich Spaß haben sollte, weil sie meine Freunde sind!

Nun liegen zwei Monate voller Feieranlässe und Prüfungen vor mir und ich stehe mit großen Augen davor und alles schnürt sich zu. Der einzige Grund, aus dem die Prüfungen mehr Unbehagen bereiten als die Partys, ist die Tatsache, dass ich ersteres machen muss, während ich die Feiern immer auch sein lassen kann. Wäre beides verpflichtend, sähe die Sache wohl anders aus.

Das ätzendste ist vielleicht, dass es einfach niemand versteht. Nicht einmal der Freund, und der versuchts wirklich, aber das kann er einfach nicht verstehen. Als ob ich es verstehen könnte!
All die Jahre konnte ich damit gut leben, war halt alles okay. Andere sind abends am Wochenende raus gegangen, ich halt nicht. Ich hatte zu Hause Spaß, auf dem Sofa. Ich hab Serien geschaut und gelesen, oh so viel gelesen! Ich hab mit der besten Freundin telefoniert, die nur etwas lieber feiern gegangen ist als ich, und ich hatte eine gute Zeit.
Nun aber stresse ich mit meinem offensichtlich nicht gesellschaftstauglichen Sozialverhalten nicht (nur) mich selbst, sondern vielmehr den Freund, der damit irgendwie auch unglücklich ist – hat er doch eine unzufriedene Freundin da sitzen, die selbst nicht so richtig weiß, was sie eigentlich will.

Denn sie will zwar nicht auf diese Partys, aber sie will, dass die Leute wollen, dass sie zu den Partys kommt. Sie will nicht nicht mehr eingeladen werden mit dem Gedanken „Die kommt doch eh immer nicht“, sie will nicht nur das Anhängsel vom Freund sein. Sie will, dass der Freund Spaß hat, aber zugleich, dass er Spaß mit ihr hat. Sie will, dass er feiern geht, wenn er das möchte, aber sie will ihn auch für sich (und sie liegt so ungern bis morgens ohne ihn im Bett).
Vorgestern hatte sie Geburtstag und wird diesen recht groß mit ihrem Freund zusammen feiern. Und was wünscht sie sich?

Eigentlich doch nur, dabei sein zu wollen. Nicht dabei zu sein, nicht eingeladen zu werden – sondern all das auch wollen.
Wie schafft man das?

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