Annas Lesewochenende zum vierten Advent

Auch wenn ich sie (noch?) nicht wirklich kenne, musste ich Annas Aufruf zu einem gemeinsamen Lesewochenende einfach folgen – zu häufig schon hatte ich einfach keine Zeit, an solchen Events teilzunehmen, aber heute und morgen passt es mir hervorragend!

Ich steige ab sofort ein, überlege mir noch ein Seitenzahlenziel setze mir das ambitionierte Ziel, 1500 Seiten zu lesen (denn das entspricht den Restseiten meiner angefangenen Bücher) und beginne mit:
Ismaels Orangen von Claire Hajaj (angefangen auf Seite 342, beendet und insgesamt 100 Seiten gelesen.)
Acht Zimmer, Küche, Meer von Anna Rosendahl (angefangen auf Seite 14, beendet und insgesamt 351 Seiten gelesen)
Der Pfau von Isabel Bogdan (da ich dieses Buch aber dem Freund vorlesen muss, kann ich noch keine Prognose abgeben, ob das klappt) (angefangen auf Seite 33, aktuell auf Seite 105 und damit 72 Seiten geschafft)
Das Salz der Erde von Daniel Wolf (ein sehr stiefmütterlich behandelter Roman in meinem Regal der angefangenen Bücher; ich weiß nicht, ob ich den durchhalte, aber er wäre auf jeden Fall ein herausforderndes Ziel für diese Tage) (angefangen auf Seite 298, aktuell auf Seite 411 und damit 113 geschafft)
Etta und Otto und Russell und James von Emma Hooper (angefangen am Anfang, aktuell auf Seite 244, also 244 Seiten geschafft).

Ich bin gespannt, wie das klappt, und freu mich schon sehr auf diese zwei Tage!

Update 1 am Samstag, 13.30:
Gerade unter Tränen „Ismaels Orangen“ zuende gelesen, ein berührendes, schönes und an vielen Stellen traurig und wütend machendes Buch, das mich mit der Erkenntnis zurückließ, dass sich manche Dinge einfach in eine Richtung entwickeln, die niemand will, und die trotzdem niemand verhindern kann.
Sehr spannend fand ich es, die Orte, die man aus der Bibel kennt (Jerusalem, Galiläa,…) in diesem völlig anderen Kontext zu lesen. Romane in Israel gehören einfach nicht so richtig zu meinen Lesegewohnheiten.
100 von 1500 Seiten geschafft!

Update 2 am Samstag, 17.45:
Während zwischendurch eine ganze Menge anderes Zeug aktuell war, habe ich mir jetzt die zweite Lesezeit genommen und 120 Seiten von „Acht Zimmer, Küche, Meer“ gelesen. Bin mir noch nicht so ganz sicher, wie gut es mir gefällt, denn der Schreibstil scheint mir bisher noch etwas ungelenk. Mal schauen!
220 von 1500 Seiten geschafft.

Update 3 am Samstag, 21.15:
Etwas überraschend war „Acht Zimmer, Küche, Meer“ dann auch plötzlich zuende, sodass ich heute schon zwei (zuende-)gelesene Bücher zu verzeichnen habe. Darauf bin ich schon etwas stolz!
Der Roman selbst war sehr nett, wenn auch ziemlich seicht. Alles fügt sich am Ende irgendwie, alle sind glücklich und das ist echt nett, aber ein bisschen haben mir über die ganze Länge des Romans hinweg die Reibungspunkte gefehlt. Andererseits ist ein wenig seichte Unterhaltung auch nichts schlechtes.
Jetzt schau ich, was der Abend noch so bringt, und wie weit ich vielleicht bei „Das Salz der Erde“ noch komme – das entsprechende Update kommt aber aller Voraussicht nach erst morgen.
Schon 451 von 1500 Seiten geschafft!

Update 4 am Sonntag, 9.45:
Tatsächlich hat gestern noch was geklappt: Erst ein paar Seiten bei Daniel Wolf (bis auf Seite 340), dann abends im Bett ließ sich der Freund noch etwas aus dem Pfau vorlesen, sodass wir es dort bis auf Seite 105 geschafft haben. Gestern habe ich also insgesamt
565 von 1500 Seiten gelesen.

Heute fordert dann erst das echte Leben, aber ab mittags geb ich dann nochmal alles. Auf ein fröhliches Lesen!

Update 5 am Sonntag, 19.15:
Tja, das mit „ab mittags gebe ich nochmal alles“ hat nicht so richtig gut geklappt. Oder anders gesagt: Ich habe mich ein wenig durch „Das Salz der Erde“ gequält und beschlossen, es einfach erstmal wieder bleiben zu lassen. Der Plan war nicht schlecht, aber lohnt es sich wirklich, viel Zeit in einen Wälzer von über achthundert Seiten zu stecken, wenn es eigentlich vor allem anstrengend ist, ihn zu lesen? Ich glaube nicht. Habe heute noch einmal 71 Seiten davon geschafft und werde ihn nun fürs erste wieder ins Regal der Angefangenen stellen. Eigentlich macht er sich dort auch ganz hübsch und wer weiß, vielleicht kommt seine Zeit eines Tages noch.
Stattdessen werde ich den Abend damit verbringen, ein neues Buch anzufangen, und zwar „Etta und Otto und Russell und James“ von Emma Hooper, und wenn ich das heute noch schaffe, dann habe ich mein Seitenziel zwar um Längen verfehlt, aber immerhin drei Bücher beendet. Immer positiv denken!
636 von 1500 Seiten.

Fazit
Bis zum Schlafengehen habe ich noch 244 Seiten von „Etta und Otto und Russell und James“ gelesen und komme somit auf insgesamt 880 von 1500 ambitioniert geplanten Seiten. Aber wisst ihr was? Das ist immerhin mehr als die Hälfte, und da ich Daniel Wolf wieder einmal pausiert habe, kann ich damit auch sehr gut leben.
Mit diesem ersten Lesemarathon, an dem ich je so richtig teilgenommen habe, bin ich sehr zufrieden und freue mich schon sehr auf den nächsten, zu dem ich Zeit habe.
Daher: Vielen Dank an Anna für den Anstoß dazu und eine schöne letzte Woche vor den Weihnachtstagen!

Advertisements

Der lovelybooks-Leserpreis 2016

Seit Wochen warte ich auf den sprichwörtlichen Arschtritt, diese Blog-Geschichte aus der Versenkung zu holen und es scheint, als hätte lovelybooks mir selbigen nun endlich gegönnt: Der Leserpreis 2016 steht an und mit ihm Stunden des Stöberns und Wunschzettelschreibens (wie überaus praktisch, dass bald Weihnachten ist!). Der ein oder andere mag sich erinnern, dass ich nach dem letzten Leserpreis 15 der Gewinnerbücher auf eine persönliche Liste gesetzt habe, die eigentlich bis zum nächsten Leserpreis gelesen sein wollte. An dieser Stelle lachen wir alle einmal laut, denn natürlich bin ich noch davon entfernt, das geschafft zu haben.
Aber trotzdem freue ich mich sehr sehr auf die neue Runde des Leserpreises und darauf, wieder grandiose Neuerscheinungen auf meine Wunschliste schreiben zu können. Und wir alle können daran teilhaben, indem wir unsere Lieblingsbücher dieses Jahres nominieren!
Klickt dazu einfach dort (Quelle der Grafiken: LovelyBooks):

leserpreis2016_72890_nominierenund nominiert das Beste, was ihr in diesem Jahr an Neuerscheinungen gelesen habt. Ich freu mich persönlich sehr über jede Nominierung, denn ich schaue wahnsinnig gern durch die Nominierungslisten und stöbere was das Zeug hält.

Also nichts wie hin!

Merken

Merken

Weiter.

Ich bin nie so naiv gewesen zu glauben, dass ich in diesem Internet anonym schreibe. Das ist auch schwerlich möglich, wenn man ein Impressum angibt, und das ist auch kein Problem.
Nun, ich würde mir trotzdem wünschen, dass Menschen, die mich kennen und hier gefunden haben, irgendwie Bescheid geben und nicht still mitlesen, aber das kann ich leider nicht beeinflussen.

Nun habe ich deshalb einige Zeit darüber nachgedacht, wie es nun weitergehen soll, ob es hier weitergehen soll, und bin zu dem Schluss gekommen: Doch, soll es. Also geht es nun weiter.

Heute war es Krieg

Renn, Mädchen, renn – ich habe deinen Freund, ich habe deine Familie, ich habe deine Lieben und deine Liebe und dein Leben. Und ich sage: Renn! Renn um sie zu suchen, um sie zu finden und zu retten. Renn um dein Leben und um ihres, renn vor deiner Panik davon und doch zugleich wieder auf sie zu.

Du weinst und du schreist und du resignierst irgendwann, denn du entkommst meinen Fängen nicht mehr, nie mehr.
Du beginnst trotzdem klar zu denken? Schön für dich. Du erkennst den Traum, der ich in Wahrheit bloß bin? Klingt super, aber wir wissen beide, dass es damit nicht getan ist. Nur weil du weißt, dass du träumst, wachst du noch lange nicht auf.

Stattdessen seh ich dich da stehen, wie du die Augen zukneifst und dir selbst sagt, dass in der Wirklichkeit alles gut ist. Wie deine Hände zittern, das sehe ich genau, und wie dich selbst der Glaube verlässt, dass alles gut ist.
Der Unterschied zwischen wissen und wissen, erinnerst du dich noch? Du weißt, dass die Situation nicht real ist, das ich nicht real bin, aber deine Angst ist es. Deine Angst ist so real, dass sie dein Herz davongaloppieren lässt und deine Hände zittern und du willst nur deinem Herzen hinterher, Hauptsache weit weg.
Doch spätestens wenn dir die Kugeln um die Ohren fliegen und Granaten neben deinen Füßen explodieren, dann ist es vorbei. Schade für dich, dass du nicht einfach rational bleiben und mich ruhig aushalten kannst. Zu blöd für dich, dass du dich selbst noch so sehr im Griff haben kannst und ich dir trotzdem immer entwischen werde.

Ich würde ja sagen, dass es mir leid tut, aber dafür ist es zu unterhaltsam. Renn weiter, Mädchen, kämpfe und verliere. Jeder Sieg ist temporär, jeder Triumph eine Falle, jede Atempause eine Farce. Kritisch wird es erst, wenn deine Panik in die Realität durchbricht. Wenn die Angst so groß ist, dass du um dein Leben brüllst und plötzlich so lebhaft schläfst, dass du (für meinen Geschmack viel zu früh) den Typen neben dir im Bett weckst.
Noch halb im Traum krallst du dich an seinen Händen fest, die dich erfolgreich aus meinen Fängen befreien konnten.

„Heute war es Krieg“ flüsterst du dem Kerl neben dir zu.
Ich kenne ihn gut, er stirbt bei uns besonders häufig.
Nun ist er jedoch wach und hört dir zu, während deine Stimme noch immer zittert. Vielleicht zieh ich mich zurück für diese Nacht, aber wir wissen beide, dass ich immer im Dunkel lauern werde, wenn du schlafen gehst.

Manchmal so fremd

Manchmal blickt er auf, hochgeschreckt aus seinen Gedanken und viel zu plötzlich von einer in eine andere Welt gerissen, von seiner in die Welt seiner Mitmenschen. So vertieft in ihre Gespräche sind sie, dass niemand etwas merkt: Nicht, wie er von einem zum nächsten Gesicht blickt; nicht wie er aufgibt, ihrem Gespräch zu folgen, und trotzdem vorgibt, ganz dort zu sein; nicht wie alles, was sie sagen, sich nahtlos in das Rauschen um seine Ohren einfügt.
Manchmal, für kurze Momente, überwältigt ihn ein Anflug von Panik. Was, wenn sie ihn plötzlich nicht mehr hören, nicht verstehen können – so wie er sie nicht versteht? Was, wenn sie ihn ansehen und erkennen, was in ihm vorgeht?
Nein, die Gefahr besteht wohl nicht, ist doch trotz all der lauten Worte jeder so sehr mit sich selbst beschäftigt.

Kristin scherzt und lacht, doch ihre Augen sind ernst. Schaut man länger hin, genauer, dann kann man erkennen: Auch der Rest von ihr ist angespannt. Ihr Rücken ist so gerade, ihre Schultern so unbeweglich, dass er sich regelrecht fragt, wie um alles in der Welt sie nur atmen kann.

Luka grinst immer so breit, dass kaum mehr als seine Zähne zu sehen sind. Ebenso wie Kristin scheint er tatsächlich locker und entspannt zu sein, doch vermeidet er es – ob bewusst oder unbewusst – über sich selbst zu reden. Luka, denkt er, verbirgt sich sogar vor sich selbst.

Im Gegensatz zu den meisten anderen hört er Jonas‘ Stimme sehr selten. Manchmal fühlt er sich dadurch gerade ihm besonders verbunden, aber meistens ist er noch viel fremder als all die anderen. Schließlich schafft es kaum jemals etwas von Jonas zu ihm, durch die dicken Wände hindurch, die anscheinend nur von laut und groß und viel durchbrochen werden können.

Und dann ist da noch Lars, der pöbelt und schimpft und blöde Sprüche klopft und sich selbst wirklich ziemlich witzig und unwiderstehlich zu finden scheint. Auch das scheint nur so, aber das sehen wohl nicht viele – obwohl die fiesesten Sprüche, die immer auf Sticheleien und Kritik an Lars folgen, seine Unsicherheit doch so deutlich zeigen.

Wie können die alle so viel denken und trotzdem so… da sein? Wie kann in all diesen Menschen so viel vorgehen und trotzdem wirken sie so vollkommen? So als müsste das so sein?
An manchen Tagen fragt er sich, ob er auch so wirkt, aber das kann nicht sein. Er sitzt da und schaut die anderen an und schwimmt fort von ihnen auf den ganzen Worten, die sie reden. Wie riesige Wellen überschwemmen sie ihn und warten, sitzt er auch noch so still, auf ein Zeichen der Schwäche.
Aber er sitzt und schaut und rührt sich nicht von der Stelle, obwohl er rennen will bis zur Erschöpfung und irgendwo fern von all diesen Wortungetümen umfallen. Weg von all dem Lärm, von den Blicken und den Gesichtern, in denen man so viel lesen kann, häufig so viel mehr als man will.

Wo er sich nicht so fremd fühlt und so falsch, wo er nicht abwägen muss zwischen Anpassung und Authentizität.

Kurzer Monatsrückblick (01/16)

Allgemeine Stimmung. Eigentlich ganz okay mit einem kleineren Einbruch gegen Ende des Monats. Schöne Geburtstage verbracht und anstrengende Feier-Wochenenden. Tausendmal dankbar gewesen, dass der Freund und ich so kurz hintereinander Geburtstag haben und wir diese Feierei nur einmal im Jahr machen müssen.

Bewegen. Bin tatsächlich fast immer zu dem Kurs gegangen, zu dem ich mich angemeldet hatte, und nicht nur das: Werde mich sogar für die Semesterferien zu einem weiteren anmelden. Was für Aussichten…

Schauen. Angefangen mit „How to get away with murder“, fertig geworden mit „Angel beats!“ und abgesehen davon eigentlich gar nichts, glaub ich. Uni hatte jeden einzelnen Tag voll im Griff.
Nun wollte ich beginnen, Hart of Dixie zu schauen, stellte dabei aber fest, dass Netflix das nicht hat. Alles gegen mich!

Hören. Von der Berlinerin angesteckt und begonnen, die Musik des Musicals „Hamilton“ zu hören. Falls ihr das nicht kennt: Hört es euch an! Unglaublich gut, wahnsinnig berührend und ziemlich mitreißend.

Essen. Fantastische Tapas am Geburtstag, das war großartig. Da könnte ich mich reinlegen, oder doch mindestens ins Fresskoma essen. Als wir da rauswaren, ging auch nicht mehr viel…

Menschen. Eine herbe Enttäuschung mit dem Uni-Rudel erleben müssen, die mir bezüglich zwischenmenschlicher Kontakte noch immer einiges abverlangt. Muss ich wirklich meine Ansprüche senken, ist Loyalität tatsächlich zu viel verlangt? Tja, vielleicht ist auch meine Definition von Loyalität einfach eine andere.

Tiefpunkte. Obig erwähnte Enttäuschung.

Highlights. Die Geburtstage waren sehr schön, die Zeit mit dem Freund habe ich wie immer sehr genossen, aber ein einzelnen Highlight kann ich für den Januar nicht festmachen.

Der lovelybooks-Leserpreis 2015

Ein Teil meiner selbst auferlegten Challenge bis Oktober 2018 ist es, 15 der Gewinnerbücher des lovelybooks-Leserpreises 2015 zu lesen. Also bin ich die Liste durchgegangen und habe mir folgende Werke ausgesucht:

J. J. Abrams, Doug Dorst: S. – Das Schiff des Theseus
Vera Buck: Runa
Ava Dellaira: Love Letters to the Dead
Sebastian Fitzek: Das Joshua-Profil
Rebecca Gablé: Der Palast der Meere
Kerstin Gier: Silber – Das dritte Buch der Träume
Paula Hawkins: Girl on the Train – Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich
Astrid Lindgren: Die Menschheit hat den Verstand verloren
Anna McPartlin: Die letzten Tage von Rabbit Hayes
Jojo Moyes: Ein Bild von dir
Jojo Moyes: Ein ganz neues Leben
Max Rhode: Die Blutschule
David Safier: Mieses Karma hoch 2
Anna Todd: After passion
Marah Woolf: MondSilberNacht

Glücklicherweise führt die Stadtbibliothek hier einen Großteil dieser Bücher und so stehen die Chancen gut, dass ich diese Liste erfolgreich abschließen werde können – und außerdem hilft auch der soeben endgültig überstandene Geburtstag dabei: unter den Päckchen fand ich sowohl Die letzten Tage von Rabbit Hayes als auch S. – Das Schiff des Theseus (womit ich niiiiiie nie nie gerechnet hätte, weil dieses wunderschöne Werk einfach unglaublich teuer ist, was mich daher umso mehr gefreut hat).

Wie findet ihr Bücher, die ihr lesen wollt?
Ich stehe immer wieder vor dem Problem, dass ich in einer Buchhandlung/in einer Bibliothek einfach alles mitnehmen könnte, was mir in die Finger kommt. Und so wird dann in den allermeisten Fällen einfach gar nichts daraus, denn alles lesen geht eh nicht, und wo soll man anfangen?

Gut gut, man KÖNNTE auf dem eigenen Stapel ungelesener Bücher beginnen, aber das macht ja viel weniger Spaß. Man möchte doch etwas neues, man möchte Geschichten erleben und darin ertrinken und sich Dinge erträumen, man möchte völlig aus der realen Welt gerissen werden und versinken in dem, was da mit Worten gezaubert wurde, man möchte aufhören zu lesen und sich ersteinmal sortieren: Warum bin ich traurig, ist das wirklich meine Traurigkeit oder ist die aus dem Buch? Wie ist das Wetter eigentlich? Was ist heute schon alles passiert? Wie viel Uhr ist es, warum ist plötzlich alles hier dunkel und wo zum Teufel ist der Freund nur hin? Hat er nicht eben irgendwann noch mit/zu mir gesprochen? Fragen über Fragen, und genau das will ich.

Sehr zum Amüsenment des Freundes übrigens, diese temporäre gedankliche Unordnung.

So hoffen wir also beide darauf, dass die Bücher meiner persönlichen Herausforderungsliste so fesselnd sind, dass das mit dem Versinken klappt.
Und wer noch Lesetipps hat, Empfehlungen nehm ich gerne!

Projekt Bücherregal: Der fünfte Monat

Den Jahresanfang habe ich genutzt, um einen Punkt von meiner 101-Liste abzuhaken: Ich war in der Bibliothek der Studentenstadt und habe mir dort einen Leseausweis besorgt. Nun, gleich zwei Titel auf der heutigen Liste sind daher Bibliotheks-Errungenschaften, und ich freue mich so sehr darüber, endlich wieder so viele Bücher zur Verfügung zu haben! (Nicht, dass ich nicht ohnehin schon unglaublich viele Bücher herumliegen hätte. Das sind andere!)

Dorothy Baker: Zwei Schwestern (24.12. – 5.1.)
Dieses Buch hat mich etwas unbehaglich und schaudernd zurück gelassen, aber es war auch amüsant; sehr empfehlenswert und ein Weihnachtsgeschenk, über das ich mich sehr gefreut habe.

Sebastian Fitzek: Passagier 23 (7.1. – 9.1.)
Passagier 23 war das erste Bibliotheksbuch, das ich zu lesen begonnen habe, und auch dieses hat mich schaudern lassen – wenn auch ganz anders als Zwei Schwestern. Den letzten Abend habe ich ungeplant bis halb zwei damit verbracht, endlich zum Ende zu kommen, weil die Wendungen und die Rasanz zum Ende hin echt den Atem raubt. Gefällt sehr gut!

Vera Buck: Runa (7.1. – 9.1.)
Ebenfalls nicht ohne, an dieser Stelle mehr Grusel als Spannung und unbehagliche (aber vermutlich relativ realistische) Darstellungen der Behandlung von „Geisteskranken“ im 19. Jahrhundert. Auf so vielen Ebenen atemberaubend!

Paula Hawkins: Girl on the Train (10.1. – 13.1.)
Hat mich weniger überzeugt als gehofft – in meinen Augen einfach nicht packend genug. Überraschend, war es doch auf Platz 2 der Thriller/Krimi des Leserpreises von lovelybooks, und in der Sparte hat es mich halt irgendwie nicht so begeistern können.
Aber jetzt auch nicht schlecht, so lala halt.

Thomas Montasser: Monsieur Jean und sein Gespür für Glück (13.1.)
So ein wunderhübsches Buch, so grandios und so zu Tränen rührend, und trotz seiner Vorhersehbarkeit noch spannend.
Meine Worte sind nicht schön genug für dieses Buch, das ich erst einen Tag zuvor zum Geburtstag bekommen und dann viel zu schnell verschlungen hatte.

Robert Seethaler: Der Trafikant (25.12. – 14.1.)
Ein Buch, das ich trotz seiner teils tragischen Thematik sehr gern gelesen habe. Zitat: „Eine merkwürdige Empfindung stieg wie eine dicke Luftblase in seinem Inneren auf, blubberte an der Wirbelsäule entlang und schlüpfte durch den Nacken in den Hinterkopf, wo sie noch eine Weile weich und angenehm herumwaberte.“ (S. 172), genau so etwas meine ich: Seethaler regt mit der Leichtigkeit, mit der er schreibt, zum Nachdenken an. Leseempfehlung!

Max Rhode (Sebastian Fitzek): Die Blutschule (14.1. – 17.1.)
Für meinen Geschmack deutlich zu blutig, aber immerhin hat es mir gezeigt: Thriller auf Horror-Ebene ist halt einfach echt nicht mein Ding. Psychothriller gerne, aber nicht auf diese Weise.

Wünsche

Was ich mir wünschen würde, wäre Spaß am Rausgehen mit Freunden, abends. Einfach mal gemütlich in eine Kneipe, in eine Cocktailbar, zu jemandem nach Hause; etwas essen gehen, etwas trinken gehen, tanzen. Wie schafft man das?

Denn ich hasse es, ich hasse es so sehr. Da sind diese vielen Menschen, die laut sind und stressig. Alle reden gleichzeitig und ich kann mich bei dem Lärm nicht konzentrieren und bekomme Kopfschmerzen. Irgendwann gebe ich es auf, den Gesprächen folgen zu wollen, weil es so anstrengend ist. Und dann? So fremd in der Runde von Menschen, mit denen ich doch eigentlich Spaß haben sollte, weil sie meine Freunde sind!

Nun liegen zwei Monate voller Feieranlässe und Prüfungen vor mir und ich stehe mit großen Augen davor und alles schnürt sich zu. Der einzige Grund, aus dem die Prüfungen mehr Unbehagen bereiten als die Partys, ist die Tatsache, dass ich ersteres machen muss, während ich die Feiern immer auch sein lassen kann. Wäre beides verpflichtend, sähe die Sache wohl anders aus.

Das ätzendste ist vielleicht, dass es einfach niemand versteht. Nicht einmal der Freund, und der versuchts wirklich, aber das kann er einfach nicht verstehen. Als ob ich es verstehen könnte!
All die Jahre konnte ich damit gut leben, war halt alles okay. Andere sind abends am Wochenende raus gegangen, ich halt nicht. Ich hatte zu Hause Spaß, auf dem Sofa. Ich hab Serien geschaut und gelesen, oh so viel gelesen! Ich hab mit der besten Freundin telefoniert, die nur etwas lieber feiern gegangen ist als ich, und ich hatte eine gute Zeit.
Nun aber stresse ich mit meinem offensichtlich nicht gesellschaftstauglichen Sozialverhalten nicht (nur) mich selbst, sondern vielmehr den Freund, der damit irgendwie auch unglücklich ist – hat er doch eine unzufriedene Freundin da sitzen, die selbst nicht so richtig weiß, was sie eigentlich will.

Denn sie will zwar nicht auf diese Partys, aber sie will, dass die Leute wollen, dass sie zu den Partys kommt. Sie will nicht nicht mehr eingeladen werden mit dem Gedanken „Die kommt doch eh immer nicht“, sie will nicht nur das Anhängsel vom Freund sein. Sie will, dass der Freund Spaß hat, aber zugleich, dass er Spaß mit ihr hat. Sie will, dass er feiern geht, wenn er das möchte, aber sie will ihn auch für sich (und sie liegt so ungern bis morgens ohne ihn im Bett).
Vorgestern hatte sie Geburtstag und wird diesen recht groß mit ihrem Freund zusammen feiern. Und was wünscht sie sich?

Eigentlich doch nur, dabei sein zu wollen. Nicht dabei zu sein, nicht eingeladen zu werden – sondern all das auch wollen.
Wie schafft man das?

101 und so

Der Trend ist zwar lange vorbei, aber das hat mich ja bisher noch nie gestört: Während die meisten der „101 Dinge in 1001 Tagen“-Projekte irgendwann dieser Zeit auslaufen und die 1001 Tage zuende sind, habe ich Anfang dieses Jahres eine neue Liste erstellt und werde den Versuch wagen.
Unter meinen 101 Dingen finden sich Sachen, die ich schon immer mal machen wollte, wozu ich aber nie gekommen bin; Sachen, die ich immer vor mir herschiebe; Sachen, die einfach nicht einfach so passieren. Also jetzt dieser Versuch.
Ich erhoffe mir eine Menge davon, aus mehreren Gründen: Ich mag Listen, ich mag es, Dinge abhaken zu können und er geht mir besser, wenn ich mir Dinge vornehme. Trotzdem will ich nicht mit Druck an dieser Sachen herangehen und habe deswegen die Ziele relativ niedrig angesetzt. Außerdem nehme ich mir die Freiheit, einzelne Punkte zu ersetzen.

Nun habe ich also eine Liste von spannenden Dingen, eine Deadline, und zum jetzigen Zeitpunkt eine große Portion Optimismus und Vorfreude auf all das, was da selbstgewählt auf mich zukommt. Na ja, auf fast alles jedenfalls. Vorhang auf!

Startdatum: 11.01.2016
Enddatum: 08.10.2018
Stand am 11.01.16.: Schon 2 von 101 Dingen erledigt

Beginn
001. Einen Anfangspost schreiben (hiermit geschehen)
002. Eine Spardose suchen/finden/besorgen
003. Pro erledigter Aufgabe 2 Euro in die Spardose werfen
004. Monatlich auf mindestens 4 Euro kommen (das sind nur zwei Dinge. Völlig machbar)

Menschen
005. Zweimal die Mädels in Berlin besuchen (0/2)
006. Zweimal die Aachenerin besuchen (0/2)
007. Monatlich eine Postkarte oder einen Brief verschicken (0/33)
008. Freundeslisten bei facebook etc aktuell halten
009. Eine Familienfeier in der eigenen Wohnung veranstalten
010. Eine echte neue Freundschaft schließen
011. Einmal im Monat einfach so Mama anrufen (0/33)
012. Den Freund behalten

Reisen und Ausflüge
013. Drei echte Urlaube: Einen in den Bergen, einen am Meer, einen in einer Stadt (0/3)
014. Dreimal in der näheren Umgebung wandern gehen (0/3)
015. Zweimal ins Theater gehen (0/2)
016. Zwei Kinoabende machen (0/2)
017. Zwei Ausstellungen/Museen besuchen (0/2)
018. Ein Musical besuchen
019. In den Zoo gehen
020. Zwei Events außerhalb von Gebäuden: Barfußpfad, Freilichtmuseum,… (0/2)
021. Eine Autorenlesung besuchen
022. Zu Gast sein bei einer Hochzeit
023. Schlittschuh laufen gehen
024. Ins Planetarium gehen
025. Einen Flohmarkt besuchen
026. Ein Picknick veranstalten
027. In den Kletterpark gehen
028. Eine Mitternachtspremiere besuchen (zum Beispiel Star Wars VIII…)
029. In einen Freizeitpark fahren
030. Tretboot fahren
031. Eine Kletterhalle besuchen (und klettern)
032. Zwei Wochenendtrips unternehmen in Städte, in denen ich noch nicht war (0/2)
033. Zu einer Buchmesse fahren

Kulinarisches
034. Monatlich ein besonderes/neues Rezept ausprobieren (0/33)
035. Das Rezeptbuch aktuell halten
036. Fünf neue Restaurants ausprobieren (0/5)
037. Semmelknödel selber machen
038. Marmelade kochen
039. Dem Freund ein Candle-Light-Dinner kredenzen
040. Einen Monat ohne Süßigkeiten verbringen
041. Gemüsebrühe machen
042. Einen Monat vegetarisch essen
043. Eine Woche Fasten ausprobieren
044. Einen Kochkurs besuchen
045. Ein perfektes Dinner für Freunde kochen
046. Nudeln machen
047. Jedes Jahr einen Geburtstagskuchen für den Freund backen (0/3)
048. Kräuter anpflanzen und verwenden
049. Fisch probieren
050. Brot backen

Körper
051. Die Augenbrauen zupfen lassen
052. Ein Wellnesswochenende gönnen
053. Das Gewicht auf 73 kg bringen
054. Ernsthaft Yoga probieren
055. Von einem Profi massieren lassen
056. Einen Spaziergang pro Monat machen (0/33)
057. Fünfmal Blutspenden (0/5)
058. Vier Uni-Sportkurse belegen (0/4)
059. Zum Zahnarzt gehen
060. Einen neuen Haarschnitt wagen
061. Zum Augenarzt gehen
062. Durchschnittlich eine sportliche Betätigung die Woche schaffen (0/143)
063. Eine andere Haarfarbe wagen

Kreatives
064. Fünf selbstgemachte Geschenke verschenken (0/5)
065. Öfter (=zweimal die Woche) Klavier spielen (0/286)
066. Ein Paar Socken stricken
067. Ein Mandala im Monat ausmalen (0/33)
068. Zwei Fotoalben erstellen (0/2)
069. Mir ein Kleidungsstück nähen

Medien
070. Rezensionen zu allen gelesenen Büchern geschrieben haben
071. Maximal zehn Bücher auf dem SuB
072. 15 mir unbekannte Bücher (beispielsweise beliebteste Werke o.ä.) lesen (0/15)
073. An einem Lesemarathon teilnehmen
074. Einen Abend im Monat ohne Fernseher, PC, Handy verbringen (0/33)
075. Eine Bibliothek in der Studentenstadt ausfindig machen, einen Ausweis beantragen
076. Buchempfehlungen vo zehn Leuten einholen und diese Bücher lesen (0/10)
077. Bücher aussortieren
078. 101 Bücher gelesen haben (0/101)
079. Harry Potter gelesen haben

Beruf/Studium
080. Vier SHK-Jobs machen (oder etwas gleichwertiges) (0/4)
081. Den Bachelor erreicht haben

Wohnung
082. Die Terrassse bepflanzen
083. Mal die Fenster putzen
084. Eine Fritteuse kaufen/schenken lassen
085. Sechsmal den Kühlschrank putzen (0/6)
086. Vorhänge für die Wohnung besorgen
087. Verschiedene thematische Deko besorgen, dekorieren
088. Eine bessere Kleiderschranklösung fürs Schlafzimmer finden
089. Die Berge an Zeit-Ausgaben (lesen und) entsorgen
090. Irgendetwas in der Wohnung renovieren

Dies und das
091. Einen Chor ausprobieren
092. In jeder Straße der Studentenstadt gewesen sein
093. Zu den interessanten Punkten dieser Liste Blogartikel schreiben
094. Nach einem Ehrenamt in der Studentenstadt suchen
095. Bei einem Flohmarkt Dinge verkaufen
096. Alle offenen Gutscheine einlösen
097. Eine Sprache (wieder-)lernen
098. Weihnachtsgeschenke am 30.11. fertig haben (0/3)

Abschluss
099. Einen Abschlusspost verfassen
100. Pro nicht erledigter Aufgabe fünf Euro in die Spardose
101. Eine neue Liste mit 101 Dingen erstellen