Jahresrückblick 2015

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

Eine 9, wenn auch knapp. Aber lange nicht mehr so durch und durch glücklich gewesen wie in den letzten 12 Monaten.
Selbst die Tagträume, die ich seit Ewigkeiten mit mir herumtrage und die mir so manches Einschlafen versüßen konnten, habe ich aufgegeben – zu schön ist die Realität, als dass ich mich davonträumen möchte.

2. Zugenommen oder abgenommen?

Zwischenzeitlich abgenommen, das weiß ich. Dann aber operiert worden, keinen Sport mehr machen dürfen, umgezogen,… Aktuell, also insgesamt? Keinen blassen Schimmer, um ehrlich zu sein.

3. Haare länger oder kürzer?

Etwas kürzer, tippe ich. Wird aber demnächst auch wieder Zeit.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Gar nicht so viel kurzsichtiger wie befürchtet, dafür gabs dann aber nach über fünf Jahren doch mal wieder eine neue Brille, juchee!

5. Mehr Kohle oder weniger?

Weniger. Etwas mehr Miete in der neuen Wohnung, noch weniger BAFöG, aber ich komm ganz gut hin damit.

6. Besseren Job oder schlechteren?

Weiterhin als studentische Hilfskraft an der Uni, gleichbleibend gut also.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?

Die neue Wohnung, der eigene Haushalt… Sicherlich mehr.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Eine Runde Scrabble gegen den Freund und ein paar Bücher bei Buchverlosungen.

9. Mehr bewegt oder weniger?

Auf jeden Fall mehr Sport gemacht und öfter irgendwohin gelaufen, dem positiven Einfluss des Freundes sei Dank.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

So richtig krank, wenn das zählt, war ich eigentlich nur durch die Operation am Finger.

11. Davon war für Dich die Schlimmste?

Besagte Operation hat schon ziemlich gestört: Schmerzen, massive Einschränkungen beim Umzug in die neue Wohnung und bis heute Beeinträchtigungen.

12. Der hirnrissigste Plan?

Hm, vielleicht der Kauf eines gemeinsamen Esstischs bevor wir überhaupt eine Wohnung gemietet haben?

13. Die gefährlichste Unternehmung?

Da fällt mir so gar nichts ein

14. Die teuerste Anschaffung?

Vermutlich die Küche für die neue Wohnung, wenn auch nur von den Vormietern übernommen. Alternativ die neue Brille, aber die hat dankenswerterweise Mama bezahlt.

15. Das leckerste Essen?

Da gabs ziemlich viel leckeres, ich kann mich gar nicht festlegen…

16. Das beeindruckendste Buch?

Endlich, endlich habe ich wieder viel gelesen. Richtig begeistert hat mich dabei vor allem die Sonea-Trilogie, aber auch ein Haufen anderes. Projekt Bücherregal rockt!

17. Der ergreifendste Film?

Doctor Who, auf so vielen Ebenen. Mit Rose und den Doktoren und oha, die Sonderepisode zum 50. Jubiläum war unglaublich…

18. Die beste CD?

Irgendetwas von Mika, die waren alle großartig.

19. Das schönste Konzert?

Ein weiteres Mal Walk Off The Earth, dieses Mal in Begleitung von Familie Belle und Freund.

20. Die meiste Zeit verbracht mit?

Dem Freund, definitiv. Praktisch das ganze Jahr schon, theoretisch und offiziell dann immerhin seit August gemeinsam wohnend.

21. Die schönste Zeit verbracht mit?

Dem Freund und der Familie.

22. Zum ersten Mal getan?

Mit dem Partner zusammengezogen. Was ein aufregender Meilenstein…

23. Nach langer Zeit wieder getan?

Gespielt, ein echtes Spiel.

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Die Operation, das Wochenende mit des Freundes bester Freundin.

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Die neuen Vermieter davon, dass der Freund und ich die Richtigen für die Wohnung sind.

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Puh, das ist schwierig… Vielleicht das Dominion-Spiel, das wir Papa Belle geschenkt haben. Es wurde jedenfalls schon begeistert bespielt.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Das weiß ich auch nicht so genau, gab so viele schöne Sachen.

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

Ich liebe dich.

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Wir haben einen Esstisch!

33. Vorsätze fürs neue Jahr

Da kommt nächste Woche noch ein bisschen was zu. Mehr trinken, glücklicher sein, etwas sporten. Das übliche.

34. Zum Vergleich: Verlinke Deine Rückblicke der vorigen Jahre!

2014

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Kurzer Monatsrückblick (12/15)

Heute kommt nun der letzte Monatsrückblick des Jahres 2015, wie spannend! Und auch im neuen Jahr werde ich dem Konzept Monatsrückblick treu bleiben, denke ich. Eventuell etwas angepasst, eventuell kleinere und größere Veränderungen, aber Rückblicke gibts weiter. Und hier gehts zu dem des letzten Novembers.

Allgemeine Stimmung. Gar nicht so übel, weihnachtsbedingt sogar eigentlich echt ganz gut. Viel Vorfreude, viel Spaß am Verpacken der Geschenke, viel Spaß an Gemeinsamkeit und ziemliche Glücksgefühle, als unverhofft doch ein gemeinsamer Abend zu Weihnachten mit dem Freund drin war.

Bewegen. Etwas mehr bewegt und erneut zum Sportkurs angemeldet (die Halle wurde inzwischen wieder freigegeben, daher findet ein verkürztes Programm statt). Prognose ist daher für 2016 steigend. Ist das jetzt eher gut oder eher schlecht?

Schauen. Wenig Serien gesehen im vergangenen Monat, dafür den kleinen Lord, Weihnachten bei Hoppenstedts, den Silvesterpunsch von Ein Herz und eine Seele und Dinner for One. Im Grunde die ganze Saisonware, abgesehen von Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, das irgendwie an mir vorbeigeschlichen ist.
Außerdem die ersten Folgen des Animes Angel Beats, den mir der Freund untergejubelt hat.

Hören. Wenig Musik gehört, vor allem wenig bei Napster (da ständig mit dem Freund unterwegs). Weihnachtsmusik stand aber hoch im Kurs, und „Erwachsene Männer hören Jan Tenner“ von den Rocketbeans, ebenfalls wegen des Freundes.

Essen. Das beste gabs diesen Monat wahrscheinlich an Weihnachten, möglicherweise der Filettopf mit Kartoffelgratin an Heiligabend. Allerdings war auch das selbstgekochte Weihnachtsessen mit zwei Freunden kurz vor Weihnachten nicht ohne – da gabs Braten, Knödel, Brokkoli und Erbsen. Und den riesigen Haufen Süßigkeiten darf ich wohl auch nicht verschweigen… Dezember eben, der kalorienreichste Monat des Jahres.

Menschen. Erstaunlich viel Zeit mit meistens erstaunlich gut gelaunten Menschen verbracht. Weihnachten mit der Familie geliebt, in Anwesenheit des Freundes noch etwas mehr. Die Wärme zwischen allen zu Heiligabend in der Kirche genossen.
Nebenher viel an die ehemalige beste Freundin gedacht, mit der ich nun tatsächlich das ganze Jahr 2015 keinen Kontakt hatte. Festgestellt, dass sie mir noch immer fehlt, und in Gedanken hin und her geschwankt zwischen Wut und Trauer.

Tiefpunkte. Ultimativer Tiefpunkt am 1. Dezember kurz vor dem Seminarvortrag inklusive Heulkrampf in der Uni. Danach stetige Besserung des Befindens.

Highlights. Weihnachten halt, das war einfach. Oh, und der Besuch im Kino, als wir das Erwachen der Macht gesehen haben. Seitdem habe ich ein Foto von meinem Rudel samt Stormtrooper!

Vier Monate lesen

Die letzten vier Monate habe ich unter anderem damit verbracht, zu lesen – endlich mal wieder. Den Vorsatz gefasst und ein, zwei, drei, vier Monate durchgehalten. Und die Lust daran wieder neu entdeckt!
Allein dafür, für die wiederentdeckte Lust am Lesen, hat es sich schon gelohnt, den Vorsatz zu fassen.

Dabei haben mich Nazis, Superman und Anleihen aus der Bibel, die letzte Sonea-Trilogie, sprayende Teenager, lustige Mädchen  und beeindruckend alte Werke begeistert, um nur mal einige Beispiele zu nennen.

Krimis, Psychothriller, historische Romane, alles war dabei. Manches war überzeugender, manches hat mich irritiert (und manches war einfach nur sehr seltsam).
Ich habe gelitten, mich gegruselt, ich habe geweint und gelacht und tatsächlich gestaunt. Ich habe den Freund zum Lachen gebracht, weil ich irrational handelnde Charaktere angeschrien und einmal sogar das Buch in die Ecke geworfen habe (hat beides nichts genützt).

Sich meinem Plan widersetzend ist der Stapel ungelesener Bücher nun aber leider nicht kleiner, sondern ganz im Gegenteil noch größer geworden – denn mit jedem Buch, das ich lese, kommen mindestens zwei neue auf die Wunschliste. Ich habe also noch viel Stoff, um das Projekt Bücherregal auch im kommenden Jahr weiterzuführen und schaune, wohin es läuft. Ich freue mich darauf!

Weihnachtsmann oder Christkind (und andere Gedanken zu den Feiertagen)

Irgendwo kam vor kurzem die Frage auf: Nikolaus oder Christkind?
Da musste das kleine Weihnachtsherzchen in mir gewaltig schlucken, um die Tränen bei sich zu behalten. Ehrlich? Nikolaus oder Christkind?
Zunächst einmal: beide! Schließlich bringt der Nikolaus am (Überraschung!) Nikolaustag ein paar Kleinigkeiten, während das Christkind für Heiligabend zuständig ist. Die beiden kommen sich also gar nicht in die Quere, deshalb find ich die Frage an sich schon blöd.
Zieht man in Erwägung, dass gemeint war „Weihnachtsmann oder Christkind“, dann versteh ich die Frage immerhin, bleibe aber beim Christkind. Aus Prinzip und für immer. Das musste mal gesagt werden!

Und immerhin gibt es solche Konstanten im Leben, wo schon Weihnachten ansonsten schwer darum kämpft, immer weniger schön zu werden. So viele um mich herum haben Probleme mit Depressionen, besonders um Weihnachten herum. Da habe ich fast ein schlechtes Gewissen, weil ich mich so freuen kann, während andere all den Glitzer und das Glück nicht sehen.
Das Bruderherzchen wird einzig durch eine fiese Drohung des Freundes davon abgehalten, auch dieses Jahr wieder der Grinch zu sein: Während nämlich wir alle schon vergangenen Freitag im siebten Star-Wars-Teil waren, geht Bruderherz erst kommenden Dienstag ins Kino und möchte auf gargargar keinen Fall gespoilert werden. Ein besseres Druckmittel könnte es kaum geben, denn wenn er mir nun Weihnachten madig zu machen versucht, plant der Freund, ihm ein, zwei hübsche Details am Sonntag zum Familienweihnachtsfest zu servieren.
So trägt er immerhin etwas zur Weihnachtsstimmung bei, wo wir die Feiertage schon getrennt von einander verbringen werden: Der Freund weilt bei seiner Familie, Belle bei der ihren. Für dieses Jahr noch gerade so erträglich, nächstes Jahr dann bitte in anders und besser.

Mehr Gedanken sind gerade gar nicht verfügbar. Müdigkeit gibts, Erschöpfung und einen Bauch voll Vorfreudeschmetterlingen.
Habt schöne Feiertage!

Projekt Bücherregal: der vierte Monat

Ich bin etwas überrascht, wie gut das funktioniert – auch wenn der letzte Monat etwas schleppend lief (und es auch nur vier Bücher geworden sind, weils auf Weihnachten zu etwas stressig wurde). Aber vier Monate schon, das ist immerhin ein ganzes Dritteljahr (und wahrscheinlich habe ich in diesem Dritteljahr mehr gelesen als in den vier Semester davor). Wie dem auch sei, zu den folgenden Büchern kam es in den vergangenen Wochen:

Katherine Webb: Italienische Nächte (22.11.-30.11.)
Ein weiterer Buchverlosungsgewinn, der mich sehr gefesselt hat. Eine Liebesgeschichte, eingebettet in die Wirren der italienischen Nachkriegszeit. Die Atmosphäre so aufgeheizt wie der Sommer, und immer rechnet man damit, das was passieren muss.
Gestört haben mich fast nur die durchgehenden Gegenwartsformen. Die passten für mich einfach irgendwie nicht so recht in den historischen Kontext.

Henning von Melle, Volkmar Joswig: Schneesturm (30.11.-04.12.)
Tja, was soll ich von diesem Krimi, den ich ebenfalls über eine Buchverlosung bekommen hatte, nur halten?
Die Geschichte bietet eigentlich sehr viel Raum für wirklich spannende Verwicklungen, aber das wurde leider nur so halb umgesetzt – weil der Erzählstil sehr nüchtern war und eher an eine Berichterstattung denn an Unterhaltungsliteratur erinnerte. Dadurch fehlte in weiten Teilen die Spannung, die Verwicklungen waren schon da.
Zum Ende hin wurde es etwas flüssiger und fesselnder erzählt, da schlichen sich dann aber deutlich mehr Tippfehler ein… Wie gesagt. Ich weiß nicht recht, was ich davon halten soll.

Max Bentow: Der Federmann (05.12.-08.12.)
Atemraubender Psychothriller, der in meinen Augen wirklich hält, was er verspricht. Ich hab mich jedenfalls kaum getraut, am Abend nach der Lektüre den Weg vom Schwimmbad nach Hause alleine zu machen.
Besonders schön fand ich, dass man nicht unbedingt mit der Auflösung rechnen konnte – überraschend war es auf jeden Fall, gerade das Ende.

Eva Stachniak: Der Winterpalast (09.12.-15.12.)
Mitreißend geschriebener historischer Roman, dem all die Langatmigkeit fehlt, die mich derzeit an historischen Romanen so nervt. Trotzdem viele Details, interessante Wendungen und spannende Details.
Wer Katharina die Große und die russische Geschichte des achtzehnten Jahrhunderts mag, dem wird dieser Roman sicherlich gefallen.

 

Ein Jahr Freund

Ich bin so beeindruckt. Von mir, von dir, von uns; aber vor allem doch von mir selbst, irgendwie. Ein gutes Jahr kennen wir uns nun, ein knappes Jahr sind wir zusammen. Schon an monogame Beziehungen habe ich nie geglaubt, geschweige denn für möglich gehalten, dass du so unverhofft in mein Leben treten und einfach bleiben würdest. Und dass mich das so glücklich machen könnte.

Du warst das allerbeste Weihnachtsgeschenk des letzten Jahres, vielleicht gar das beste meines bisherigen Lebens. Ich bin so dankbar:
Für deine Grimassen und dein Grinsen, und wie gekonnt du selbst die blödesten Situationen mit beidem entschärfen kannst. Für deine Sprüche, die mich zum Lachen bringen, und für dein Lachen, das mein Herz schier zerspringen lässt.
Für die Ausdauer, mit der du mich liebst, für die Geduld mit meinem Früh-am-Morgen-Ich. Für den Alltag und das Besondere, für deine ansteckende Freude und für deinen Trost, wenn nichts mehr geht. Für Streit selbst, weil du mich nimmst wie ich bin und trotz allem niemals zögerst, mich in den Arm zu nehmen; egal, wie erbittert uneinig wir uns gerade gegenüber stehen.

Du schenkst mir Mut und Zuversicht, wenn mir eines davon fehlt. Du ermöglichst mich Vertrauen in mich selbst und in andere, und das ist so viel.

Bleib so fabelhaft wie du bist. Sei liebenswert und liebevoll und lass mich dich glücklich machen – so lange es uns beide glücklich macht.

„Irgendwas mit Weihnachten…“: Die Geschichte des alten Dachses

Titelbild

Kichernd bleibt Frau Maus kurz stehen, als der alte Dachs sich an einem Baumstamm festhält, um wieder zu Atem zu kommen. So lange schon hat er nicht mehr schallend laut gelacht, dass er kurz hat überlegen müssen, ob sich das für einen reifen Herrn seines Alters geziemt. Aber nach diesem Sommer, und beim Gedanken an die Dame aus Rom, der er das Pelztäschchen entwendet hatte, konnte er dann doch nicht an sich halten.

Nach einem kleinen Spaziergang sind Frau Maus und der Dachs endlich am neuen Dachsbau angekommen und Frau Maus bewundert den eingeschneiten Eingang. „Der ist ja sogar seniorengerecht“ witzelt sie, wird vom alten Dachs jedoch würdevoll überhört.
Auf dem Weg in den Bau hinein entziffert sie das kleine Schild, auf den der Dachs seinen Namen geschrieben hat: „Max der Dachs“ steht da und Frau Maus ist etwas überrascht, hätte sie diesem alten, würdevollen Dachs doch einen deutlich erhabeneren Namen angedichtet.
Gespannt folgt sie Max in seine Wohnung und ist genauso überrascht wie er, auf dem Boden vor dem prasselnden Kamin die zusammengerollte Eika zu sehen. Wohlig rollt die sich auf den Rücken und springt plötzlich auf, als sie den Dachs sieht.

„Entschuldigen Sie die Störung, Herr Dachs, aber die Amsel hat mir erzählt, wo Sie jetzt wohnen, und da wollte ich es doch schon einmal ein bisschen gemütlich machen, als Sie nicht hier waren. Dabei muss ich wohl eingenickt sein…“
„Aber nicht doch“ beschwichtigt Max das Eichhörnchen, dem diese Sache sichtlich unangenehm ist. „Machen Sie es sich ruhig bequem – und sagen Sie doch bitte du zu mir, Sie beide. In meinem Alter möchte ich mich nicht mehr mit überflüssigen Förmlichkeiten herumschlagen.“

„Also gut, warum wir Sie… ähm, warum wir dich gesucht haben…“, nervös kichert Frau Maus. Soll sie ihn nun wirklich Max nennen? Der Name passt doch überhaupt nicht zu ihm! Zum Glück ist Eika etwas weniger scheu und unterbricht Frau Maus.
„…wir haben nun schon so viele Sachen gefunden, die mit diesem Weihnachten zu tun haben, dass wir unbedingt fragen möchten, ob du etwas darüber weißt. Wofür sind zum Beispiel die Sterne, die Bo und Bea gefunden haben?“
Nun gibt es auch für Frau Maus kein Halten mehr. „Warum drückt die Frau vom Förster mit einem komischen Stück Holz auf dem Tisch herum?“ – „Wer ist das Christkind?“ – „Und kann man mit diesem roten Glitzerdings vielleicht zaubern?“
Erwartungsvoll und mit großen Augen schauen Eika und Frau Maus ihren Freund Max an. Der lacht leise und macht einen Vorschlag: „Lasst uns doch gemeinsam vor dem Kamin eine große Kanne Tee trinken und ich erzähle euch, was ich weiß.“
Frau Maus nickt begeistert. „Wir können dir das rote Glitzerding auch zeigen, hast du daran gedacht es mitzunehmen, Eika?“, doch das Eichhörnchen schaut nur betreten zu Boden. Tatsächlich, in der Aufregung, den neuen Wohnort des Dachses zu kennen, hat sie die hübsche Kugel ganz vergessen. Ganz traurig und leise sagt sie „Und dabei wollte ich doch so gern wissen, ob man damit zaubern kann…“, und sofort streicht der Dachs beruhigend mit einer Pfote über ihre Schulter.
„Keine Sorge, ich habe gehört, was ihr da gefunden habt, und wenn ich richtig liege…“ Nun beugt er sich zu Eika hinunter und flüstert ihr ins Ohr „… dann kann man damit sogar irgendwie zaubern.“ So schnell kann Frau Maus gar nicht gucken, wie Eikas Gesichtsausdruck sich von todunglücklich in ein Strahlen verwandelt. Plötzlich muss alles ganz schnell gehen und wenig später sitzen sie zu dritt auf dem flauschigen Teppich vor dem Kamin, während sich erwartungsvolle Stille im Dachsbau ausbreitet.

Dachs

„Also, meine Lieben“ beginnt der Dachs. „Ich habe viele Jahre lang dicht bei den Menschen gelebt, das wisst ihr ja. Ich könnte euch nun auch erzählen, was es mit der Weihnachtsgeschichte zu tun hat, aber ich glaube, dass unser kleiner Freund Willi diese Geschichte erzählen möchte, wenn wir gemeinsam feiern. Deshalb erzähle ich euch lieber etwas über die Angewohnheiten und Bräuche der Menschen und wie man mit eurer roten Glitzerkugel zaubern kann.“

Frau Maus zuckt etwas zusammen, als sie das Juchzen ihrer Freundin Eika hört, deren Augen mit dem Feuer im Kamin um die Wette leuchten. Max lächelt gutmütig und erzählt weiter.

„Es gibt nämlich den Zauber der Weihnacht. Wenn es auf die Weihnachtszeit zugeht, dann haben ganz viele Menschen ein Kribbeln im Bauch, besonders Kinder. Sie freuen sich so sehr auf all das, was Weihnachten für sie bedeutet, dass sie schon Wochen vorher anfangen, darauf zu warten. Dann gibt es Adventskalender und Adventskränze, die die Wartezeit verkürzen und jede Woche etwas heller strahlen.
Aber manchmal verlieren Menschen den Weihnachtszauber einfach.“

Eika, die bis gerade eben noch in der Vorstellung schwelgen konnte, wie schön die Häuser der Menschen zu Weihnachten aussehen mögen, reißt erschrocken die Augen auf.
„Aber wieso verlieren sie denn den Weihnachtszauber?“ fragt sie empört.

„Tja, das weiß ich leider nicht so genau – manche vergessen einfach, was Weihnachten bedeutet. Manche sind traurig, weil ihnen jemand fehlt, mit dem sie gern feiern möchten und können den Weihnachtszauber alleine nicht behalten.
Bei so einer Frau habe ich als junger Dachs einmal den Winter verbracht. Jeden Abend saß sie mit mir zusammen auf der Terrasse, hat mir etwas zu futtern hingelegt und für sich selbst eine große Tasse Tee mitgebracht. Manchmal hat sie mir erzählt, von ihren Eltern und ihren Freunden, aber als es auf Weihnachten zuging, hat sie immer weniger gesprochen. Ich hatte das Gefühl, dass ihr Haus immer dunkler wurde, während alle Häuser in der Nachbarschaft mit jedem Tag heller zu leuchten schienen. Und die ganze Zeit habe ich überlegt, wie man es nur schaffen könnte, auch sie zum Leuchten zu bringen.“

„Und, hast du das auch geschafft?“ fragt Frau Maus atemlos. Wer hätte gedacht, dass eine Weihnachtsgeschichte so spannend werden könnte?

„Irgendwann fand ich in einer ihrer Mülltonnen, die ich immer nach Leckereien durchsuchte, einige Kisten mit braunen und beigefarbenen Glitzerkugeln und ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass sie wegwerfen wollte. Wer könnte so etwas Schönes wegwerfen wollen?“

Frau Maus stieß Eika an. Genau das hatten sie sich doch auch gedacht!

„Also habe ich die schönsten Sachen aus der Tonne geholt und ihr auf die Terrasse gelegt. Das musste doch ein Fehler gewesen sein, das konnte sie doch nicht gewollt haben!
Und als sie am nächsten Abend rauskam zu mir, da konnte sie die Kugeln und Sterne schon durch das Fenster sehen. Erst hat sie ganz komisch geguckt, dann hat sie geweint – und wenig später sah ich sie im Wohnzimmer auf und ab laufen, während sie mit jemandem sprach.
Erst war ich besorgt, dass die hübschen Dinge sie traurig gemacht, dass ich sie traurig gemacht hätte, aber dann begann auch ihr Haus zu leuchten. Also haben die Kugeln und Sterne, all das Glitzer, irgendwie gezaubert.“

Mit offenem Mund schaut Frau Maus Max an. So einfach ist das also, das Zaubern? Nur Eika scheint etwas enttäuscht, dass die Kugeln offenbar keine Nusstorten herbeizaubern können, doch schnell fängt sie sich wieder.

„Das bedeutet, wir müssen die ganzen Glitzersachen nur hübsch hinlegen, dann zaubern sie für uns?“ fragt sie mit schläfriger Stimme. „Ja, ganz genau.“ – „Und wie ist das jetzt mit dem Christkind?“ Max lacht. „Vielleicht erzählen ich morgen weiter. Ihr scheint beide ziemlich müde zu sein. Wollt ihr hier bei mir schlafen?“

Mehr als ein Nicken bringen weder Frau Maus noch Eika zustande, da sind sie schon eingeschlafen. Gut, dass der Teppich so weich ist! Aufatmend legt sich nun auch Max in sein Bett und folgt seinen beiden Besucherinnen ins Reich der Träume.

Ob sie wohl heute Nacht von Weihnachten träumen?

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Ich habe mich wirklich wahnsinnig gefreut, an diesem Projekt teilnehmen zu dürfen und hoffe, es hat euch gefallen.
Wer den Anfang verpasst hat, findet ihn hier bei Sarah von Mamagogik, das letzte Kapitel hat uns gestern Béa von Tollabea präsentiert (sie hat auch diesen zuckersüßen Dachs gezaubert) und morgen geht es weiter bei Beatrix von Hunger! Pipi! Langeweile!

Kurzer Monatsrückblick (11/15)

Endlich Weihnachtsmonat, ich könnte mich kaum mehr freuen. Aber zunächst genieße ich das vorletzte Monatsresümée des Jahres.

Wie war der Monat?

Gar nicht so schlecht, wegen der Vorträge allerdings zum Teil auch ziemlich weit unten. Doch die liegen nun hinter mir (wenn auch strenggenommen der zweite, schlimme Vortrag am 1. Dezember erst stattgefunden hat). Insgesamt: so gerade noch 4 von 5 Punkten für einen Monat, der hin und wieder durch ziemlich schlechte Phase glänzte. Mein Freund kann ein Lied davon singen.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Ganz viel Weihnachtsdeko und Weihnachtsgeschenke, wurd finanziell etwas knapp am Ende. Aber dafür dürfte überraschend der Dezember besser werden, denn eine Stromnachzahlung ist auch zu erwarten.

Mehr bewegt oder weniger?

Sportmäßig eine vorübergehende Flaute. Mal sehen, wie sich das entwickelt… Dafür hin und wieder zur Uni gelaufen statt Bus zu fahren, insgesamt aber wohl noch weniger.

Das leckerste Essen?

Puh, ich erinnere mich an nichts, also wirklich gar nichts spezielles. Döner im Bärlin vielleicht, oder die weltbesten Vanillekipferl… Ja, die waren es! Vanillekipferl nach Spezialrezept aus irgendeinem alten Backbuch. Umwerfend lecker.

Die beste CD?

Spätestens nach dem ersten Advent durfte ich ja endlich, endlich anfangen, Advents-/Weihnachtsmusik zu hören und dabei darf mir Rolf Zuckowski einfach nie fehlen. Mag sein, dass manche dafür zu alt werden (oder immer schon zu alt waren), ich liebe den Kerl noch immer.
Nicht unbedingt „In der Weihnachtsbäckerei“ oder ähnliches, aber mindestens das Album „Stille Nächte, helles Licht“ ist nicht nur für Erwachsene geeignet, sondern sogar für diese geschrieben. Zwar erst zum Ende des Monats, aber dafür umso leidenschaftlicher gehört.

Das Highlight des Monats

Das Plätzchenbacken mit zwei Freunden in der eigenen Küche hat wahnsinnigen Spaß gemacht und das Resultat konnte sich wirklich sehen lassen. Ich denke, das rangiert auf der Highlight-Skala ganz weit vorn.
Aber auch der Beginn der Krippenspiel-Probenphase in der Kinderkirche freut mich ganz besonders.

Immer wieder merke ich, dass diese Monatsresümeés wirklich gut tun. Ich konzentriere mich bewusst auf das, was an den letzten Wochen gut war, und stelle dann beim Schreiben plötzlich fest: so dunkel und grau war das gar nicht, obwohl es sich so angefühlt hat. Allein das motiviert ungemein – und außerdem vergisst man viele schöne Dinge vielleicht nicht, die sonst unter den Tisch fallen würden.

Zum Oktoberbericht gehts übrigens hier entlang.

Was ein Tag

Ein furchtbar langer Tag, ein furchtbar ätzender Tag, nähert sich langsam dem Ende und dafür bin ich äußerst dankbar.
Mal ehrlich, wer legt ein Seminar, das von Seminarvorträgen lebt, auf nachmittags um vier?!

Es ist 15:33 Uhr am Nachmittag, als Belle wortlos ihre Unterlagen zusammenpackt und Anstalten macht, loszugehen. Ob der Freund bemerkt hat, dass ihr die Tränen in den Augen stehen? Jedenfalls läuft er ihr hinterher und holt sie kurz vor der Tür zu den Damentoiletten ein.

Einen Heulkrampf in den Unifluren und zuckersüße Bestechungsversuche (in Form von Riesen, Oreo-Keksen und Ritter-Sport) später: tapfer tritt dieselbe Belle den Weg zum Ort des Geschehens an. Und kämpft. Und überlebt. Und trägt eine tapfere 2,0 davon. Wieso nicht gleich so?
Ach ja. Weil Vorträge halt echt kein Spaß sind.

Aber es ist ja noch viel mehr passiert! So habe ich es nicht nur geschafft, meinen facebook-Account gestern um gut 300 Freunde zu erleichtern, die ich auf der Straße nicht grüßen würde – es ist mir auch gelungen, eine facebook-Seite für diesen Blog zu basteln! Falls also jemand Interesse hat: Bitte gerne besuchen! *click here*

Und das beste zum Schluss: Der Advent präsentiert sich dieses Jahr besonders weihnachtlich und so darf ich hier eine von Bloggern geschriebene Adventskalender-Geschichte präsentieren, die Initiatorin Sarah von Mamagogik heute begonnen hat.

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Eine Liste der teilnehmenden Blogs, Links zu den einzelnen Kapiteln sowie am Ende – Trommelwirbel – ein E-Book findet ihr mit Klick auf das Logo.

Nur ein bisschen Kleinkram

Heute ist der letzte Montag des vorletzten Monats des Jahres (das klingt mehr nach Ende als es gemeint ist). Vor allem heißt das folgendes: morgen ist der Tag, an dem ich die Nerven verlieren werde. Morgen ist der erste Kläppchen-aufmach-Tag. Morgen ist Seminar-Vortrags-Tag. Morgen ist der erste Tag eines Adventsprojekts mit ganz vielen anderen tollen Blogs. Morgen beweist Belle die Transformationsformel…

Ich habe es schon vor einigen Monaten prophezeit (siehe zum Beispiel hier) und es kam genau wie erwartet: Angststarre par excellance.
Belle tigert durch die Wohnung auf der Suche nach Produktivität. Sie nimmt einige Teller in die Hand, die vom gestrigen Abendessen auf dem Couchtisch übriggeblieben sind – und stellt sie wieder weg mit dem dringenden Bedürfnis, etwas fürs Seminar zu machen. Es muss doch noch was zu machen sein!
Zurück am Schreibtisch fällt der Blick auf die markierten, durchgestrichenen, verbesserten, zerlesenen Seiten der Ausarbeitung und der Mut sinkt.
Das soll ich vortragen? Morgen? Vor Menschen?
Wo um alles in der Welt kam der Mut her, sich für sowas anzumelden, und wieso studiere ich überhaupt noch, um Himmels Willen?

Alles wird gut. Bis morgen Abend werde ich nichts essen. Alles wird gut. Und doch gibts morgen das erste Adventskalenderkläppchen. Alles wird gut.

Alles wird gut.