Projekt Bücherregal: Der dritte Monat

Nach diesem Freitag, nach diesem Wochenende, war mir nicht nach lesen, nicht nach schreiben, nicht nach reden, nicht nach hören. Im Zwiespalt zwischen Angst – denn wie soll man in dieser Welt leben, ohne Angst zu haben? – und der Überzeugung, dass man dieser Angst trotzen und das Leben weiter lieben muss, schreibe ich nun doch den geplanten Text über den erfolgreichen dritten Monat meines Projekts „Bücherregal“. Ich habe leider nicht so ausführlich Buch geführt wie in den Monaten zuvor, aber ich hoffe, dass ich trotzdem alles hintereinander bekomme.

David Arnold: Auf und davon (12.10. – 13.10.)
Dieses Buch schaffte es erst vor kurzer Zeit in mein Regal und war ein lovelybooks-Verlosungsgewinn. Eigentlich ein Jugendbuch, aber in seinem Witz auch überaus berührend und sympathisch geschrieben; ein Roadtrip, von dem ich nicht gedacht hätte, dass er mir so gut gefallen würde (trotz einiger unrealistischer Wendungen/Geschehnisse). Durchaus zu empfehlen. (Rezension)

D.E. Stevenson: Stich ins Wespennest (03.10. – 18.10.)
Diesen Roman fand ich so amüsant und unterhaltsam, dass ich kaum glauben mochte, wie alt er anscheinend tatsächlich ist – wurde er doch in den Jahren geschrieben, in denen er spielt. Eine spannende Sozialstudie im England der 30er Jahre und ein Buch, um laut zu lachen. (Rezension)

Silke Nowak: Penelopes Tod (19.10. – 19.10.)
Auch dieses Buch kam durch eine Buchverlosung zu mir und ich war sehr darauf gespannt. Thriller sind eigentlich nicht so mein Ding – glaube ich, denn ich habe sie bisher kaum gelesen. Möchte ich aber eigentlich gern ausprobieren.
Penelopes Tod war allerdings nicht der atemlos spannende Roman, den ich erwartet hatte. Das Ende kam plötzlich, aber die Wendung hat mir gefallen – und interessanterweise blieb der Wunsch zurück, eine Beziehung zu haben wie Chris und Penny. Ich glaube aber (man beachte dabei die mangelnde Erfahrung), dass man etwas anderes lesen sollte, wenn man einen Thriller lesen möchte. (Rezension)

Jean-Paul Didierlaurent: Die Sehnsucht des Vorlesers (19.10. – 26.10.)
Mein erster richtiger Leserunden-Gewinn, auch wenn mir (aufgrund des Unistarts) die Zeit fehlte, ihm so viel Aufmerksamkeit zu widmen, wie er es verdient hätte.
Die Sehnsucht des Vorlesers ist auf jeden Fall ein lesenswertes Buch, das poetisch und leise ist, stellenweise etwas seltsam, und das ich schon zum Lesen weitergegeben habe. Einhelliges Urteil: Lesen, wenn man diesen speziellen, französisch-touchigen Stil mag. Ich mag ihn. (Rezension)

Leonie Haubrich: Der Zweite (26.10. – 30.10.)
Ein weiterer lovelybooks-Gewinn, der mich etwas ratlos zurückgelassen hat: Was soll ich davon nur halten? Ein echter Psychothriller war auch das für mich nicht. Plot-Twists jedoch mag ich, diesen Pluspunkt hat der Roman.
Stellenweise klang die Sprache allerdings etwas hölzern und ungelenk (und wer einen Tag vor einer Matheklausur an der Uni noch Formeln in den Kopf pauken muss, der kann sonst nicht wirklich der ultimative Überflieger sein, auch nicht, wenn er dann einen schlechten Tag hat). Man kann es schon ganz gut lesen, aber umgehauen hat es mich nicht. (Rezension)

S.K. Tremayne: Eisige Schwestern (02.11. – 03.11.)
Dieses Buch zählt eigentlich nicht als SuB-Abbau, da Schwiegermutti es mir geliehen hat, als sie hörte, ich hätte letztens auch noch was mit Zwillingen gelesen (Der Zweite). War nicht schlecht, aber auch nicht umwerfend. Von einem Thriller hätte ich mehr Spannung erwartet, die hier eher konstruiert wirkte, als dass sie mich wirklich gepackt hätte. (Rezension)

Trudi Canavan: Sonea – Die Königin (04.11. – 15.11.)
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich diesen letzten Band beendet – okay, zugegeben, in Wirklichkeit waren es zwei weinende Augen. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung für alles von Trudi Canavan, das ich kenne. So so so schön!

Passend zum Thema Lesen ist Ende der Woche der zwölfte bundesweite Vorlesetag, zu dessen Anlass in der Nachbarstadt des Heimatortes seit einigen Jahren ein Lesefestival stattfindet. Da ich kommendes Wochenende samt Freund genau dort (also in der Heimat) sein werde, wird er mit mir dorthin kommen müssen – denn ich freue mich jedes Jahr sehr auf diesen Abend.
Menschen aus der Stadt lesen in verschiedenen Lokalen vor, es gibt Kleinigkeiten zu essen und zu trinken und im Ganzen ist die Stimmung immer wirklich schön. Empfehlenswert!

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Projekt Bücherregal: Der zweite Monat

Nun arbeite ich schon den zweiten Monat an meinen Lesegewohnheiten und stelle fest, dass das immer mehr Spaß macht: Endlich habe ich die alte Lust wiedergefunden, völlig in dem ein oder anderen Buch zu versinken und erst Stunden später wieder zu erwachen. Immer öfter sprach mich der Freund mehrfach an, um endlich zu mir durchzudringen (was ihn ziemlich belustigt, wenn ich das richtig interpretiere).

Wie auch immer, hier kommen meine Errungenschaften – und Empfehlungen – der vergangenen Wochen; weiterhin findet ihr hier ein paar Worte zum Projekt Bücherregal und hier den Bericht vom allerersten Monat.

Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Auge des Golem (28.08. – 21.09.)
Wie schon angekündigt hat sich auch der zweite Teil der Bartimäus-Trilogie hinterrücks auf meine Leseliste geschlichen, und das völlig zu Recht. Denn auch dieses Werk von Jonathan Stroud ist die Lesestunden, die man investiert, wirklich wert. Ich freue mich auf den dritten Teil! (Rezension)

Trudi Canavan: Sonea – Die Hüterin (22.09. – 26.09.)
Diesen Auftakt der zweiten Trilogie um die Magierin Sonea wollte ich schon lange einmal lesen (zum Beispiel damals, nachdem ich auch die anderen Bücher gelesen hatte), es ist mir aber irgendwie nie gelungen. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass es nun endlich geklappt hat und die Geschichte so mitreißend war und ist, wie ich das gehofft habe. Allerdings würde ich wärmstens empfehlen, alle vorhergehenden Bücher (Magie und die Die Gilder der schwarzen Magier-Trilogie) kurz zuvor gelesen zu haben. Denn die Autorin macht es einem nicht leicht, in die Geschichte zu kommen, wenn einem die Zusammenhänge fehlen! (Rezension)

Carla Spradbery: Kill U (23.09. – 24.09.)
Kill U von Carla Spradbery war mein erster Gewinn in einer lovelybooks-Buchverlosung und ich habe es geliebt. Es entwickelte sich in seinen 260 Seiten mehr und mehr zu einem Thriller und die Verwicklungen waren so grandios, dass mir vom Lesen allein der Atem fehlte. Absolut zu empfehlen! (Rezension)

Oscar Wilde: Der glückliche Prinz und andere Märchen (27.08. – 27.09.)
Oscar Wilde beherrscht es ganz vorzüglich, wundervolle Worte zu finden, in die er seine Kunstmärchen kleidet. Dankenswerterweise geht der Zauber auch in dieser deutschen Ausgabe nicht verloren und konnte mir so die ein oder andere Gänsehaut verschaffen.
Hinter all den schönen Worten steckt allerdings bekanntermaßen zum einen harsche Kritik an den gegenwärtigen (oder auch damals gegenwärtigen) Zuständen, zum anderen aber bisweilen auch ein Schmerz, der das Lesen wehtun lässt.
Kein Buch, das man mal eben runterlesen kann. Worte zum Genießen und zum Fühlen. (Rezension)

Nick Hornby: Miss Blackpool (28.09. – 30.09.)
Wirklich amüsanter, wenn auch recht seichter Roman. Gefiel mir trotzdem ziemlich gut, ich habe an diversen Stellen lachend auf dem Sofa gesessen und das Buch inzwischen schon mehrfach weiterempfohlen. Also auch hier: Den Kritikermeinungen zum Trotz eine klare Leseempfehlung von mir für Miss Blackpool (oder „Funny Girl“ im Originaltitel, was mir deutlich besser gefällt und in meinen Augen um ein vielfaches passender ist) von Nick Hornby. (Rezension)

Trudi Canavan: Sonea – Die Heilerin (27.09. – 03.10.)
Der zweite Teil der Sonea-Trilogie, die mich auf ein neues bravourös verzaubert hat. Macht richtig Lust auf den dritten und damit leider letzten Teil und führt die Geschichten der bekannten Personen auf sympathische und glaubwürdige Weise weiter. Gefällt mir gut! (Rezension)

Zum nächsten Monatsbericht findet ihr hier.

Projekt Bücherregal: Der erste Monat

Vor einem knappen Monat habe ich begonnen, an meinem Stapel (= Regale in Mehrzahl) ungelesener Bücher zu arbeiten. Insgesamt sind das ungefähr 120 Bücher, habe da nochmal nachgezählt. Der Plan ist, jede Woche ein Buch zu lesen, und da ich viel vorgelegt habe, schaffe ich das im Schnitt vielleicht sogar.

Ken Follett: Sturz der Titanen

Diesen ersten Teil der Jahrhundert-Trilogie von Ken Follett habe ich am 26. Juli begonnen und einen Monat später, am 25. August, zuende gelesen. Etwas gedauert hat es am Schluss vor allem deshalb, weil es sich von Teil zu Teil doch etwas zieht – im Großen und Ganzen jedoch werde ich sicherlich die kommenden zwei Teile auch lesen. Das zwanzigste Jahrhundert ist aber auch spannend!

Iris Johansen: Pandoras Tochter

Diesen „Thriller“ habe ich schon einmal begonnen zu lesen, dann aber nicht beendet (glaube ich). Er beginnt sehr spannend, flacht aber recht schnell ab zu einer spannenden Liebesromanze. Als solche ist sie beileibe nicht schlecht, wenn auch vorhersehbar.
Wenn man aber weiß, worauf man sich einlässt, dann kann man das Buch sehr gut lesen. Das habe ich am 22. August innerhalb eines Tages gemacht.

Brad Meltzer: Das Buch der Lügen (23.08.-24.08.)

Ein Buch, das mir sehr gut gefallen hat – spannend bis zum Schluss und eine (in meinen Augen) gelungene Mischung aus Bibel, Superman und Nazis. Absolut zu empfehlen!

J.K. Rowling: Harry Potter and the Chamber of Secrets (?-26.08.)

Endlich habe ich mich auch an Harry Potter herangewagt, der in meiner Kindheit irgendwie an mir vorbei gezogen ist. Gefällt mir noch immer sehr gut, vor allem in Originalsprache!

Jonathan Stroud: Bartimäus – das Amulett von Samarkand (26.08.-27.08.)

Dieses Buch gehörte ursprünglich nicht zum Projekt, das hat mir der Freund aufs Hinterhältigste untergeschoben – und ich habe es sehr gerne gemocht! Nathanael nervte zwar auf die Dauer etwas, die Fußnoten auch, aber ich würde es wieder lesen. Und werde nun die kommenden Teile der Trilogie auf die Leseliste setzen. Im Regal stehen sie schon!

Rachel Klein: Die Sehnsucht der Falter (28.08.-31.08.)

Eigentlich wollte ich etwas spannendes lesen, das hat nur so halb geklappt: Die Sehnsucht der Falter ist mehr auf subtile Art spannend, fesselnd; und manchmal etwas langatmig. Keine wahnsinniger Glücksgriff, aber auch kein Griff ins Klo.

Das waren die Bücher der letzten Wochen. Schöne, spannende, lohnende Werke – und ich bin gespannt, wie sich diese Bücherregalsache weiter entwickelt!

Projekt Bücherregal

Mein Bücherregal platzt aus allen Nähten. Leider ist das inzwischen kein Indiz mehr für die bevorzugte Freizeitgestaltung, sondern ein Relikt aus alten Zeiten. Bücher über Bücher, und der ständige Drang, neue zu kaufen. Kombiniert man dies mit der traurigen Tatsache, dass ich zum Lesen kaum die Zeit finde, kommt man zu dem niederschmetternden Schluss: Aufgeteilt auf zwei Bücherregale befinden sich um die 350 Bücher in Belles Besitz, von denen sie bisher nur gut die Hälfte gelesen hat. Das ist einfach kein Zustand!
Und deswegen wird nun das Projekt Bücherregal ins Leben gerufen.

So schnell wie möglich sollen nämlich (wenigstens im Regal der neuen Wohnung) nur noch Bücher stehen, die gelesen sind; das Regal im Elternhaus wird zwar nur zweitrangig, aber ebenfalls bearbeitet. Der Plan sieht vor, jede Woche mindestens ein Buch zu lesen, was sehr entspannt gerechnet ist. Wenn ich nämlich lese, dann richtig (und schnell). Im Endeffekt sollen es jeweils vier Bücher im Monat sein, über die ich dann auch regelmäßig bloggen möchte.

So weit, so ambitioniert. Wer mich kennt, weiß, dass allein der Vorsatz des regelmäßigen Bloggens nicht leicht zu erfüllen ist. Wer mich besser kennt, weiß zudem, dass es mir oft schwerfällt, die Ruhe zum Lesen zu finden.
Aber vielleicht ist gerade das nicht schlecht, in einer Zeit, in der Ruhe Mangelware ist. In der ich vor lauter Stress und Geschehen um mich herum kaum zum Durchatmen oder Nachdenken habe. In der mich sehne nach einem Tag oder zweien, die keine neuen Herausforderungen liefern sondern einfach nur Alltag. Einen Versuch ist es wert.
Und wenn alle Stricke reißen, dass wird die nur ein weiteres Projekt, dessen Scheitern dieses Blog für alle Zeiten festhält.

Ich liebe… #1

Eine der größten Schwächen, die ich vorweisen kann, ist die für Tante Dimity. Da zumindest in meinem Umfeld so gut wie niemand Tante Dimity kennt, sollte ich das wohl etwas näher erläutern:

Tante Dimity ist Figur einer gleichnamigen Krimi-Buchreihe, die in den Cotwolds in England spielt. Hauptperson ist die Amerikanerin Lori Shepard, die die Geschichten aus der Ich-Perspektive erzählt. Sie erzählt von ihrem Mann Bill und ihren Kindern Will und Rob, mit denen sie gemeinsam in dem kleinen, verschlafenen Dörfchen Finch lebt. Man lernt die Dorfbewohner kennen sowie viele alte und neue Freunde, die Lori und ihre Familie in England finden; und nicht zuletzt eine weitere, etwas ungewöhnliche Bewohnerin des Cottages, Tante Dimity.
Dimity Westwood war zu Lebzeiten eine gutherzige, großzügige und wohlhabende Engländerin, der Loris Cottage gehörte. Nach ihrem Tod vererbte sie Cottage und Vermögen an Lori, kann es allerdings nicht lassen, mithilfe eines blauen Notizbuchs aus dem Jenseits mit Lori zu kommunizieren…
Klingt irgendwie seltsam, ist aber großartig! Weiterlesen