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Kurz-vor-Klausur-Zeit, Lernzeit, Prokrastinationszeit – wie sehr sich manches verändert hat und wie gleich doch alles immer wieder ist.

Seit dem letzten Blogeintrag ist einige Zeit vergangen. Inzwischen ist das Sommersemester fast vorbei, Belle hat eine Menge gelernt und der Freund ist mehr denn je Teil ihres Lebens. Warum?
Spätestens zum ersten September, wohl eher schon im August, werden er und sie gemeinsam in eine eigene Wohnung ziehen. Also raus aus dem WG-Leben, weg von Klopapier-Desaster und dreckigen Küchen, in schwindelerregender Geschwindigkeit auf ein neues Leben zu – und das ist gut.

Zwischendurch erschreckt es mich, wie verbindlich so ein Zusammenziehen alles macht. Wie sehr es in näherer Zukunft Alltag werden wird, sehr erfreulicher Alltag, mit dem Freund zusammen zu wohnen. Gedanken darüber, wie man sich organisiert, wie man Freiräume schafft und das Zusammenleben dann einfach genießen kann. Ich möchte wieder mehr Zeit finden, meine Gedanken zu formulieren. Immer wieder gerät mir in Vergessenheit, wie gut das tut. Sich Dinge von der Seele zu reden, zu schreiben, zu denken.

Zeit zu finden

Langsam geht, ich merk es kaum,
Die Sonne unter über’m See.
Lehn schon zu lang an diesem Baum;
Inzwischen tut mein Rücken weh.

Wo kommen all die Vögel her?
Schweigend sitz ich hier und staune
Still lausche ich, hör immer mehr,
Wo ist sie hin, die schlechte Laune?

Für Dinge, die so herrlich sind,
(das denk ich, als die Vögel schwinden)
Ob Sonnenschein, ob rauer Wind,
Lass mich doch öfter Zeit mal finden.

Zeit zu finden für die großen Dinge und die kleinen. Mit der Berlinerin zu telefonieren, Briefmenschen zu antworten, Zeit, die „Zeit“ zu lesen. Zu bloggen, ein wenig.

Ob das schaffbar ist?

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Bloß ein bisschen Angst

Von Zeit zu Zeit – jetzt, da es immer schneller auf den Beginn des Übungsbetriebs in der Uni zugeht, immer öfter – frage ich mich, welcher Teufel mich bitte geritten hat, als ich mit als studentische Hilfskraft gemeldet habe.

Wie konnte ich nur so vermessen sein und denken, dass ich das kann? Als kleine Studentin im gerade einmal dritten Semester? Wieso?!
Ich sehe mich schon vor der Übungsgruppe stehen, kein Wort herausbringend während langsam all mein Wissen zähflüssig auf den grauen Boden tropft, mich schleichend aber unaufhaltsam verlässt. Ich seh schon die murmelnden Studenten, wie sie da sitzen und zuschauen, meinem Herzrasen und meinen zitternden Fingern. Meine eigenen Kommilitonen, kopfschüttelnd über dieses Mädchen, das ihren eigenen Kram kaum hintereinander bekommt und meint, sich jetzt auch noch von der Uni bezahlen lassen zu können.
Wieso bitte habe ich nicht noch ein Jahr warten können? Wieso?!

Dann mache ich die Augen zu und atme tief durch. Halte mir vor Augen, dass wir Grundlagen behandeln, wirklich nur Grundlagen. Dinge, die ich mir vielleicht nochmal anschauen muss, aber eigentlich kann. Und dass es nicht schlimm ist, mal eine Antwort nicht zu wissen, weil niemand alles weiß. Und dass ich wachsen werde an dieser Aufgabe, die da vor mir liegt. Das ist überhaupt das motivierenste: Wie auch immer es ausgeht, ich werde daran wachsen. Und das schaff ich. Und eigentlich freu ich mich sogar drauf.

Ich hab bloß ein bisschen Angst…

Vielleicht mal informiert sein

So gerne ich das Klischée der desinteressierten, untätig im Bett herumliegenden Studentin erfüllen möchte: So ganz entspricht es einfach nicht der Wahrheit. Okay, zugegebenermaßen liege ich gerade im Bett, wohin ich mir den Laptop mal wieder entgegen meiner eigenen Prinzipien mitgenommen haben, aber es ist schließlich auch Abend und völlig legitim, im Bett zu liegen.
Worauf ich eigentlich hinauswollte: Zuhause habe ich regelmäßig Zeitung gelesen. „Nur“ die regionale Tageszeitung, die mich inhaltlich, stilistisch und überhaupt auf jeder möglichen Ebene schon mehr als einmal zum Stirnrunzeln gebracht hat, aber immerhin eine informative Tageszeitung. Und nun?

Ich muss gestehen, dass mich das aktuelle Geschehen um die Unistadt herum recht wenig interessiert. Deswegen habe ich nicht vor, hier jetzt das regionale Käseblatt zu abonnieren, das reicht mir zuhause. Aber irgendwie regelmäßig etwas zu lesen, das mehr ist als bloße Unterhaltung, das reizt mich trotzdem. Und das am liebsten in Zeitungsform, aus richtigem Papier, von dem die Druckerschwärze abfärbt, wenn man feuchte Hände hat.

Und komm mir hier jetzt keiner mit romantischer und/oder nostalgischer Verklärung des aussterbenden Mediums Zeitung. Für mich persönlich ist das einfach das Beste! Ich bin kein auditiver Typ, deshalb kann ich mich aufs Radio nur sehr schlecht konzentrieren und schalte da viel zu schnell ab. Fürs Fernsehen ist mein Gehirn zu Horrorbilder-anfällig, da wird grundsätzlich alles nachts in (Alb-)Träumen verwurstet (Mal ganz davon abgesehen, dass ich nichteinmal einen Fernseher habe). Und lange an Bildschirmen lesen mag ich eigentlich auch nicht, da kann man auch so wahnsinnig schnell versacken und mal eben schnell noch lauter andere Sachen machen.
So viele Optionen bleiben da ja nun wirklich nicht!

Also ging es heute auf virtuelle Entdeckungsreise, auf die Suche nach irgendetwas geeignetem, das Einzug im Hause Belle halten könnte. Was einem da alles über den Weg läuft, man glaubt es kaum…
Sehr positiv aufgefallen ist mir, dass fast alle Zeitungen günstigere Abos für Studenten und zum Teil auch Azubis, Rentner und Arbeitslose haben. Das kommt dem schmalen Studi-Portemonnaie wirklich sehr entgegen.

Aber wer die Wahl hat… Vielleicht doch eine Wochenzeitung wie die Zeit, die ich hin und wieder ganz gerne lese, aber fast öfter noch über (in meinen Augen) unglücklich übertriebene Trash-Artikel stolpere? Oder doch ein Angebot wie das von der Süddeutschen, bei dem Studenten in der Woche eine ePaper- und samstags die Print-Ausgabe bekommen können? Denn wenn man ehrlich ist, hat man vielleicht doch morgens weder Zeit noch Lust, erst vier Stockwerke zum Briefkasten zu rennen, zurück in die Wohnung, und dann mal eben die Zeitung zu lesen. Oder?

Vielleicht teste ich all die schönen Zeitungen auch mal ein paar Wochen an. Die F.A.Z., die taz, die sz und wie sie sich alle nennen. In einem weiteren Tab meines Browsers ist mit vorwurfsvoller Miene das Bestellformular des Handelsblatts geöffnet, das förmlich schreit „Tu gefälligst etwas für deine wirtschaftliche Bildung, du Wirtschaftswissenschafts-Nebenfächlerin!“
Jetzt wirft es mir bitterböse Blicke zu. Ich glaube, ich sollte noch einmal eine Nacht über das Ganze schlafen, und zwar schnellstens. Und morgen lasse ich mich dann über einen Artikel der Frankfurter Allgemeinen aus, der mir heute vor die Füße fiel.

Schönen Abend allerseits!

Und mal wieder…

… mal wieder sind die Semesterferien fast zu ende – zweieinhalb Wochen bleiben noch, wenn ich mich nicht irre, und eine davon werde ich in Rom verbringen. Freu ich mich ja drauf, so ist das gar nicht, aber irgendwie brauch ich eigentlich immer noch ein bisschen Zeit, um nach einem Urlaub wieder in der Realität anzukommen. Das wird in diesem Fall eher nichts werden, am Freitag kommen wir zurück und am Montag gehts dann wieder los.

Da kommen natürlich nun Fragen auf. Wie sieht das aus, alle Pläne durchgeführt (Haha. Ha.)? Was für die Uni getan (…)? Wenigstens irgendetwas geschafft?
Es hält sich in Grenzen. Aber entspannt habe ich, Familienleben genossen und Freundschaften gepflegt, Briefe und Mails geschrieben; alles in allem also wirklich viel Wohlfühlprogramm zelebriert. Und mal ehrlich: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Irgendwann werde ich (so Gott will) einen Job und eine Familie haben. Na ja, wenigstens Kinder. Soll ich dann in den Tag leben? Wohl eher nicht. Im Übrigen tu ich während der Vorlesungszeit wirklich genug, um mich jetzt nicht schuldig fühlen zu müssen, dass ich nichts getan habe. Das klingt wie eine Rechtfertigung? Ist es irgendwie auch. Man glaubt gar nicht, wie schief man angeschaut wird, wenn man nichts macht. Purer Neid der arbeitenden Bevölkerung, da bin ich sicher. Aber trotzdem muss ich mir nicht erzählen lassen, ich als Studentin würde ja wohl das ganze Jahr chillen, und das sähe man ja von März bis April sowie von August bis Oktober. All den Menschen, die sowas sagen, würde ich liebend gern mal einen Einblick in die Klausurvorbereitungswochen gönnen: sieben Tage die Woche locker zehn Stunden lernen am Tag, und das jeweils nen guten Monat lang. Zusätzlich die reguläre Arbeitsbelastung während des Semesters mit Hausaufgaben, Vorlesungen und Vor- sowie Nachbereitungen. Zusammengefasst: Studieren ist nicht Hochleistungschillen. Auch, wenn das manche Leute offensichtlich meinen. Da könnt ich ausrasten!

Perfektionsbelle

Sie ist wieder da – Bloggingbelle in der Internetwelt und Perfektionsbelle im echten Leben.

Nachdem das Sommersemester vorüber gegangen ist, und das ganz ohne dass ich allzu viel davon mitbekommen hätte, geht es nun wieder einmal mit großen Schritten auf die Klausuren zu. Und wieder einmal könnte man sich in den Hintern treten dafür, dass man nicht eher den Arsch hochbekommen und alles zusammen gefasst und Lernkarten gemacht hat und überhaupt. War Semesterbeginn nicht erst gestern? Habe ich den VWL-Kommilitonen nicht gestern erst gesagt, dass dieses Semester alles anders wird? Weiterlesen

Von Selbstkontrolle und Reflexion

Dass Selbstkontrolle und Reflexion in meinem Leben einen hohen Stellenwert haben, das fällt ein diesem Blog möglicherweise auf. Überraschend ist vielleicht, dass ich das schon auf ein erträgliches Maß zurückgestuft habe: Noch vor ein, zwei Jahren war jeder Tag komplett durchgeplant und zwar von morgens sechs bis abends zehn. Meine optimale Schlaf/Wach-Zeit ist das noch immer, daran hat sich nichts geändert, aber inzwischen schaffe ich es hin und wieder auch zu entspannen. Das perfekte Mittelmaß hab ich jedoch leider noch nicht gefunden.

Dieses Reflexionsding ist mein ständiger Begleiter. Keine Situation, in der ich nicht analysiere: Wie fühle ich mich? Wie wirkt das auf mich? Oder konkreter: Woran liegt es, dass ich dieses Lied mag? Erinnert es mich an Situationen, berührt mich die Instrumentierung, die Melodik, der Gesang, der Text? Was spricht mich an diesem Bild/diesem Gedicht/diesem Text an? Wieso ist mir dieser Mensch (un)sympatisch? Woher kommt mir dieses oder jenes bekannt vor?

Zum einen führt das dazu, dass ich ziemlich genau weiß, was mir gut tut und was nicht, und dass ich sogar im Voraus ganz gut einschätzen kann, ob mir eine Situation gut tun wird oder nicht. Zum anderen jedoch ist es auch furchtbar anstrengend. Große Menschenmengen, grelle Lichter, generell viel zu sehen löst schnell ein Gefühl der Überforderung aus.
Wenn bei uns im Ort Kirmes ist, dann schieben sich wahre Massen von Menschen durch blinkende Gassen, unterlegt von einem Soundtrack von lauter Musik, Gekreische, den Schüssen von Schießbuden, dem Knallen von Luftballons. Selbst wenn „laut“ nicht ohnehin schon mein persönliches Kryptonit wäre, nach ein paar Stunden auf dem Rummelplatz würde ich trotzdem denken, mein Kopf explodiert gleich. Zu viele Gesichter und meine Augen nicht schnell genug um alles wahrzunehmen.

Aber das führt weg von dem, worüber ich eigentlich schreiben wollte. Denn diese Sache mit der Reflexion hat außerdem noch den Nebeneffekt, dass ich ausgesprochen wenig impulsiv bin. Zu vernünftig für Eifersucht, zu vernünftig für richtig verknallt sein? Ich bin mir nicht sicher. Ständiges Analysieren kann auch entzaubern, aber ich werde es nicht los…

Bei Gelegenheit versuche ich mich noch einmal an einem Text zu diesem Thema, aber dieser Tag ist nun zuende.

Nicht mein Konzept

Ich fürchte, Monogamie ist nicht mein Konzept. Und das wäre wirklich ausgesprochen schade, wenn ich recht hätte, denn ich habe mir immer eine große Hochzeit gewünscht. Groß, pompös, mit einem wunderschönen Hochzeitskleid, leckerem Essen und ganz, ganz vielen Gästen. Alle müssen nett zu einem sein und alle feiern. Wer wünscht sich sowas nicht?

Was allerdings in meiner Vorstellung des perfekten Hochzeitstages nicht so richtig vorkam, das war der Mann. Und egal, wie verliebt ich bisher gewesen bin, oder wie glücklich mit meinem Freund, ich konnte mir nie vorstellen, mit dieser Person den Rest meines Lebens zu verbringen. Ganz im Gegenteil, wird mir mein Freund zu anhänglich beschleicht mich der starke Drang zu flüchten, und bei der Vorstellung, den Rest meines Lebens zu verbringen, ist mir wahrlich nicht zum Feiern zumute – mit dem Konzept der Ehe scheint mir das nicht so richtig vereinbar.

Und wenns dann schon irgendwann ne gemeinsame Wohnung gibt, mit Freund oder – man soll ja nichts pauschal ausschließen – Gatte, dann hätte ich auch gerne zwei getrennte Schlafzimmer, bitte. Man muss ja nicht immer getrennt schlafen, man kann ja durchaus das Bett teilen. Da hab ich überhaupt gar nichts gegen! Aber wenn man immer gemeinsam schlafen muss, das stresst doch.
Ich möchte dann auch mein eigenes Arbeitszimmer, in dem ich mich ungestört denken kann. Den Rest teile ich mir auch gerne, das ist okay. Und wenn es in den Ferienhäusern, auf die ich noch immer spekuliere, nur gemeinsame Schlafzimmer gibt, dann kann ich damit auch leben, ich wills ja nicht übertreiben.

So ganz weiß ich selber nicht, was ich will. Ich beneide alte Ehepaare, die ich kenne, darum, immer wen zu haben, mit dem sie über alles reden können. Sowas möchte ich auch haben, das finde ich toll. Aber wer sagt einem, dass das gut klappt? Ich bin ein Trennungskind, und das ist voll blöd. Das möchte ich mir nicht zumuten, und meinen Kindern auch nicht.

Kinder stehen auch auf meine Liste, jawohl. Ich weiß nur noch nicht, wie die in meinen Lebensplan – der ja eigentlich noch gar kein richtiger Lebensplan ist, sondern eher so eine „Das will ich nicht, dies will ich nicht“-Aufzählung – passen.

Ich stelle fest: es ist wirklich gut, dass ich noch viel Zeit habe bevor das ernst wird, das alles. Erstmal finde ich eine Wohnung für mich alleine, das wird super, wenns dann so weit ist. Und was diese Ehe/Monogamie-Geschichte angeht – vielleicht hab ich ja nur noch nicht den richtigen gefunden. Vielleicht treff ich ja irgendwann den Menschen, mit dem selbst ich mir eine feste Bindung vorstellen kann. Aber bis dahin denke ich, werde ich glücklich sein mit dem, den ich habe. Der ist nämlich toll, der Freund, ich möchte gar keinen anderen haben.