Was ganz altes Neues.

Ich glaube, ich habe es bereits erwähnt: Mein Umzug in die Unistadt beflügelte das Bruderherzchen in seinen Bemühungen, mein großes Zimmer zu bekommen. Nachvollziehbar, ich hab schließlich seit ich 16 war im großen Elternschlafzimmer gewohnt – dass er da ganz gerne irgendwann mal mein Erbe antreten möchte, das ist nur logisch. Und nun ist es so weit.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag habe ich die erste Nacht wieder in meinem alten „Kinderzimmer“ geschlafen. Während ich in der vergangenen Woche wieder ins Unileben eingestiegen war, hatten nämlich Mama Belle und das Bruderherzchen unter Aufbringung aller körperlichen Reserven (und Einbeziehung meines Patenonkels und anderer hilfsbereiter Mittäter) den Umzug über die Bühne gebracht. Zugegeben: So viel umzuziehen gabs überhaupt nicht mehr, das meiste ist ja mit mir in die Unistadt gekommen. Aber ein großes Bücherregal, ein Schreibtisch und tausend Kleinigkeiten, die irgendwo in meinem Zimmer umherflogen und selbst meine geliebte, über und über mit Erinnerungsstücken beklebte Zimmertür haben sie ummontiert. und noch etwas gab es, das mir den Einzug/Rückzug versüßt hat:

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Schon Ewigkeiten lang hatte ich mit diesem hübschen Stück Holz geliebäugelt, und als ich am Donnerstag zuhause eintraf, hing es an meiner Wand – und passt hervorragend zu deren Farbton!

Und obwohls noch immer komisch ist, in das andere Zimmer zu gehen, ist es okay.

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Katzenjammer

Im Romurlaub hatte das Bruderherzchen Geburtstag und gestern, nachdem wir alle wieder sowohl körperlich als auch geistig in Deutschland angekommen waren, gabs bei Papa Belle Frühstück und die komplette „Bescherung“ (das Gewichtslimit im Flugzeug hatte uns davon abgehalten, alles mit nach Italien zu nehmen).

Neben ein paar Kleinigkeiten (und ein, zwei größeren Kleinigkeiten) gabs für das Brüderchen Geigensaiten. Die Geige ist meine, sie liegt seit Jahren unbenutzt rum, seit ich sie mal von einer Bekannten geschenkt bekommen hatte. Der Musicworld-Beratungsmensch schlug bei ihrem Anblick die Hände über dem Kopf zusammen, und prophezeite mit Grabesstimme „Damit werden Sie nicht lange Freude haben, das ist einfach nur Sperrholz.“, aber neue Saiten hat er uns dann doch draufgezogen.
Es geht auch nicht darum, dass hier jemand Geigenprofi werden will, ja nicht einmal Unterricht wirds geben. Das Bruderherz ist musikalischer Autodidakt und bringt sich mit Begeisterung alles selbst bei.

Seine Begeisterung über dieses Geschenk war jedenfalls immens, und ich werde das Gefühl nicht los, dass Mama Belle das irgendwie geplant hat – denn da in meinem Elternhaus nun schiefe Töne und Katzenjammer deluxe vorherrschen werden, fällt mir die Rückkehr in die Unistadt zum Semesterstart wesentlich leichter.

Das Wort zum… Montag!

Über die Notwendigkeit von Bürgersteigen – die Zweite

Aktueller Weise wollte ich es noch einmal ansprechen: wir brauchen doch Bürgersteige in meinem Heimatkaff. Zum Parken nämlich. Und zwar besonders um die Grundschule herum.

Klar. Ich versteh das. Irgendwo muss man das Auto ja hinstellen, wenn man sein Blag von der Schule abholt. Und wenn alle Parkplätze im näheren Umkreis – also in einem Radius von ungefähr 10 Meter um den Schulhof herum, zu weit sollen die lieben Kleinen ja auch nicht gehen müssen – voll sind, dann bleibt ja auch nichts anderes, als sich auf die Bürgersteige zu stellen. Komplett, bitteschön. Man will ja auch den ganzen Autos nicht im Weg stehen und den Bussen. Und so.

Denkt irgendeiner dieser Eltern auch darüber nach, dass deswegen alle anderen Menschen (eingeschlossen der anderen Schulkinder) über die Straße laufen müssen? Als vor zwei Tagen zwischen einem dicken schwarzen BMW auf dem Gehweg und einem Schulbus auf der Straße drei kleine Mädels mit pinken Feen-Tornistern herstiefelten, musste ich wirklich den Kopf schütteln.

Ernsthaft, meine lieben Mitdorfbewohner? Benutzt irgendjemand von euch gelegentlich seinen Verstand?

Über die Notwendigkeit von Bürgersteigen

Läuft man durch die „neugebauten“ Wohngebiete meines Heimatortes, dann kommt man nicht darum herum, die schön angelegten Straßen zu sehen. Obwohl das hier nur im ganz entfernsten Sinne tatsächlich ein Neubaugebiet ist – alleine wir wohnen seit sechzehn Jahren hier, und wir waren bei weitem nicht die ersten – hat es Ewigkeiten gedauert, bis die Straßen letztendlich gemacht wurden. Nun ja, fast alle, unsere Sackgasse wartet immer noch auf ihre Verschönerung.
Man kann sich gar nicht vorstellen, wie oft wir uns als Kinder mit Rollschuhen, Inlinern und Skateboard auf den Schotterauffahrten der Nachbarn langgelegt haben, inzwischen klappt das jedoch ganz gut und meistens unfallfrei.

Viel problematischer als die kleineren Missgeschicke und Unfälle, aufgeschürften Hände und Knie, ist jedoch das Gewohnheitsverhalten der Menschen, die hier seit Jahrzehnten wohnen und spazieren gehen: all die Jahre gab es keinen Bürgersteig und man lief eben auf der Straße. Vielleicht auch mal am Rand, wenn ein Auto kam und man sich nicht gerade auf der Straße stehend unterhielt, aber grundsätzlich immer auf der Straße.
Wieso also sollte man das nun, bei (wie oben erwähnt) den endlich angelegten Straßen ändern? Wozu sollte man die Bürgersteige nutzen, die auch noch durch Beete und kleine Bäumchen von der Straße abgetrennt sind? Das sind doch nur störende Sichtbarrieren, wenn man bei den Nachbarn durchs Fenster gucken will!

Die Selbstverständlichkeit und Ruhe, mit der Nachbarn wie auch fremde Fußgänger mitten über die Straße spazieren, völlig ungeachtet jeglicher anderer Verkehrsteilnehmer (Watt Fahrräder? Roller? Autos? Trecker?) versetzt mich immer wieder in Erstaunen und sprachlose Bewunderung. So kaltschnäuzig wäre ich auch gerne mal, und wer um Himmels Willen braucht schon Bürgersteige.