Dieses Weihnachtsstimmungsding

Weihnachten ist immer schon mein Lieblingsfeiertag, mein Lieblingsfamilienfest, meine Lieblingsferienzeit, meine Lieblingszeit gewesen.
Noch weit über das normale Alter hinaus habe ich die Augen verschlossen vor Desillusionierung, vor der unvermeidbar scheinenden Entzauberung meines Herzensfestes. Längst legendär ist in unserer Familie der Dialog zwischen der jungen Belle und ihren Eltern: „Du, wir müssen dir was sagen… Das Christkind gibt es gar nicht“ – „Und den Osterhasen auch nicht, oder was?!“
Ein kleines bisschen ist meine Welt wohl in der Sekunde zusammengebrochen, auch wenn ich diese Vermutung sicherlich schon vorher hatte – immerhin war ich schon in der Schule. Aber verdammt, ich wollte glauben!

Seit dem verhängnisvollen Abend ist natürlich eine Menge Zeit vergangen, aber ich habe den Weihnachtszauber für mich bewahrt. Ich bestehe aufs Wunschzettelschreiben, wenn es auch „nur“ das gemütliche Beisammensein mit Mama Belle und dem Bruderherz bedeutet, und ich freue mich jedes Jahr wieder aufs Kinderkirchenkrippenspiel. Meinetwegen könnte es ewig so weitergehen.

Doch schon letztes Jahr war irgendwie kaputt und ernüchternd, und ich habe mich mehr auf das Ende der Feierlichkeiten gefreut als auf alles andere. Die bis dahin beste Freundin, die unfeierliche Stimmung im Hause Belle, der umstrukturierte (und falsche!) Heiligabend mit seinem leeren Ausklang… Was wird dieses Jahr bringen?

Eigentlich war ich fest motiviert, mich vom letzten Jahr nicht beirren zu lassen. Der Freund wurde eingestielt, ich konnte Weihnachtsdeko, Plätzchenbacken und Weihnachtsdüfte durchsetzen. Und dann ereilte mich die Erkenntnis: Weihnachten heißt dieses Jahr vor allem, dass der Freund und ich eine knappe Woche getrennt sein werden. Natürlich, das ist nicht die Welt und natürlich haben wir davor und danach – aber wenn Weihnachten doch das Fest der Liebe ist, wie kann ich mich darauf freuen, wenn so ein wichtiger Mensch fehlt?
Ich würde diesen Text gern mit der Lösung meines Problems beenden, ich würde gern sagen: „Überhaupt kein Ding, ich mach das so: *kluge Idee einfügen*, und dann komm ich damit locker klar“, aber ich hab keinen Plan.

Alles, was ich kann, versuche ich: Weihnachtsduft. Weihnachtsshopping. Weihnachtsmusik. Und ein Weihnachtsprojekt, über das ich noch nicht mehr sagen werde, auf das ich mich jedoch sehr freue.
Und mache das beste daraus.

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Endlich Montag

Ich muss gestehen, ich habe den heutigen Tag herbeigesehnt wie selten einen anderen Montag.

Endlich die Klausuren überstanden. Nach der letzten Klausur heute Morgen bin ich nun für zwei Monate Uni-frei, und ich freue mich darauf. Mir ist vollkommen klar, dass die läppischen acht Wochen quasi gar nüscht sind und im Fluge vergehen werden, aber ich werde sie trotzdem genießen. Vielleicht mal wegfahren, auf jeden Fall erstmal viel ausschlafen. Und fürs erste rein gar nichts für die Uni machen. Weiterlesen

Verpasste Ziele, neue Pläne

Nach dem Gottesdienst heute morgen hab ich doch einen Rückzieher gemacht und bin nicht mit zum Mittagessen gegangen. Das hatte mehrere Gründe – ich behaupte zwar, dass es hauptsächlich am Zeitdruck wegen des Lernens lag, aber tatsächlich hab ich mich ganz einfach nicht getraut. Ja, so ist das, ich bin nämlich wirklich unglaublich menschenscheu. Am liebsten würde ich immer als erstes wen anders vorschicken und das Terrain sichern lassen. Weiterlesen

Kinder, Kinder…

Eigentlich wollte ich diesen Text damit beginnen, dass ich ein Osterkind bin. Als ich aber über dieses Wort nachdachte, und über das, was ich damit sagen will, stellte ich fest: Ich bin gar kein Osterkind. Ich bin nur ausgesprochen begeisterungsfähig, und das mit sehr viel Elan und Durchhaltevermögen. Und beides tritt an zwei Terminen im Jahr besonders zutage, nämlich an Ostern und an Weihnachten. Fragt man mich also im Dezember, so würde ich ohne zu zögern behaupten, ich sei ein Weihnachtskind.
Wie es zu dieser konkreten Bezeichnung kam, ist mir gar nicht klar, aber ich tippe, dass Rolf Zuckowski mit seinen „Winterkindern“ auch hier seine Finger im Spiel hatte.

Man könnte jetzt denken, ich sei nur hoffnungslos geschenkeversessen und hätte deswegen so eine Vorliebe für Weihnachten und Ostern –  stimmt aber gar nicht. Ich würde Weihnachten auch lieben, wenn es weniger oder keine Geschenke gebe, und die Tradition mit den dicken Ostergeschenken ist an meiner Familie ohnehin vorbei gegangen.

Was es viel mehr sein könnte: Sowohl zu Weihnachten als auch zu Ostern sind bei uns in der Gemeinde die Kinder ganz besonders eingebunden. Zu Weihnachten üben wir mit ihnen ein Krippenspiel ein und zu Ostern „verstecken“ wir kleine Körbe mit Eiern und Schokolade. Die Anführungszeichen um „verstecken“ sind dem begrenzten Gelände geschuldet – es sind vielleicht die ersten zwanzig Körbchen, deren Unterbringung tatsächlich das Wort „Versteck“ rechtfertigt. Die folgenden vierzig werden fast gar nicht gut sichtbar (siehe Foto) auf Autos gestellt, an Äste gehängt oder optimistisch zwischen Osterglocken platziert. Dazu fällt mir ein – gibt es dieses Jahr zu Ostern wohl überhaupt noch Osterglocken?

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Ich sollte mich an dieser Stelle outen: Ich bin nicht nur ein Oster-/Weihnachts-/Wasauchimmer-Kind, ich bin auch ein Kind, das in die Kirche geht (natürlich in die Kinderkirche). Freiwillig, regelmäßig und gerne, und seit inzwischen fast achtzehn Jahren. Zuerst mit meinen Eltern, später alleine, noch später mit dem Bruderherz; zwischendurch zwei Jahre nicht, als Katechumenin/Konfirmandin muss man sich dann doch in der „großen“ Kirche blicken lassen, und nun seit gut sechseinhalb Jahren als Helferin. Ich liebe die anderen Helfer (fast alle jedenfalls), ich liebe die Kinder, die jeden Sonntag kommen und am allermeisten liebe ich die strahlenden Gesichter. Die strahlenden Gesichter zu Ostern und zu Weihnachten, wenn man endlich raus darf zum Körbchen suchen, oder eben, wenn das Krippenspiel geschafft und alle stolz wie Oskar sind.

Auch nicht unwichtig ist die Tatsache, dass sowohl Weihnachten als auch Ostern bei uns Familienfeste sind. Die Tage im Jahr, wo man zuverlässig alle Tanten, Onkel, Cousinen, Cousins mütterlicherseits und Oma trifft. Da ich ein Familienmensch durch und durch bin, freue ich mich auch darauf immer wie blöd.

Und das werde ich jetzt auch fortführen: spüren, wie die Vorfreudeschmetterlinge im Bauch tanzen, und auf gutes Wetter am Osterwochenende hoffen.