Liebe Grüße

Aller Menschenscheue und Alltagsgrummeligkeit zum Trotz hat der langjährige Reitunterricht mindestens einen durchschlagenden Erfolg zu verzeichnen: neben einer ausgewachsenen Pferdehaarallergie und der Fähigkeit, auf jeglicher Art von Fortbewegungsmittel sitzen zu bleiben (egal, ob buckelndes Pferd oder sich auf die Seite drehender Schlitten), kann Belle grüßen. Mit einem Lächeln im Gesicht, auch wenn die Laune noch so tief im Keller ist. Busfahrer/innen, Kassierer/innen, Verwandte/Bekannte und sowieso jeden, der freundlich guckt.

Beigebracht hat mir das die Reitlehrerin, deren oberstes Gebot bei Ausritten (gleich nach „Sei auf alles gefasst“ und „Nach Hause geht immer am schnellsten“) war, alle Spaziergänger freundlich zu grüßen. Sieht ja sonst auch gefährlich aus, geradezu beängstigend, diese Menschen auf den großen Tieren.

Inzwischen habe ich festgestellt, dass dieses Gegrüße gar nicht so schlecht ist. Es bringt einen dazu, eigentlich grundlos zu lächeln (und sowas überträgt sich in einem gewissen Rahmen aufs Gemüt); man spricht auch mal mit Menschen (das vermeide ich ja ansonsten recht ausdauernd und durchaus erfolgreich); und last, but not least: Die freuen sich! Man glaubt das vielleicht nicht, aber fast keiner der miesepetrig dreinschauenden Busfahrer konnte sich einen ganz leichten Anflug von Lächeln vollständig verkneifen. Das wäre ja auch grob unhöflich und widerspräche damit sicherlich der Firmenpolitik. Oder so.

Es ist so weit, dass die üblichen Busfahrer, die man hier ständig sieht, mich schon anlächeln, wenn ich auch gar nichts sage.
Ich find das gut!

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