Bloß ein bisschen Angst

Von Zeit zu Zeit – jetzt, da es immer schneller auf den Beginn des Übungsbetriebs in der Uni zugeht, immer öfter – frage ich mich, welcher Teufel mich bitte geritten hat, als ich mit als studentische Hilfskraft gemeldet habe.

Wie konnte ich nur so vermessen sein und denken, dass ich das kann? Als kleine Studentin im gerade einmal dritten Semester? Wieso?!
Ich sehe mich schon vor der Übungsgruppe stehen, kein Wort herausbringend während langsam all mein Wissen zähflüssig auf den grauen Boden tropft, mich schleichend aber unaufhaltsam verlässt. Ich seh schon die murmelnden Studenten, wie sie da sitzen und zuschauen, meinem Herzrasen und meinen zitternden Fingern. Meine eigenen Kommilitonen, kopfschüttelnd über dieses Mädchen, das ihren eigenen Kram kaum hintereinander bekommt und meint, sich jetzt auch noch von der Uni bezahlen lassen zu können.
Wieso bitte habe ich nicht noch ein Jahr warten können? Wieso?!

Dann mache ich die Augen zu und atme tief durch. Halte mir vor Augen, dass wir Grundlagen behandeln, wirklich nur Grundlagen. Dinge, die ich mir vielleicht nochmal anschauen muss, aber eigentlich kann. Und dass es nicht schlimm ist, mal eine Antwort nicht zu wissen, weil niemand alles weiß. Und dass ich wachsen werde an dieser Aufgabe, die da vor mir liegt. Das ist überhaupt das motivierenste: Wie auch immer es ausgeht, ich werde daran wachsen. Und das schaff ich. Und eigentlich freu ich mich sogar drauf.

Ich hab bloß ein bisschen Angst…

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Bilanz eines Wochenendes

Ich gebe beim Einkaufen eigentlich nie besonders viel Geld aus. Weder kaufe ich viel, noch kaufe ich teure Sachen – prinzipiell immer eher günstig als eine Marke. Natürlich gibt es auch da Ausnahmen, und eine hat sich gestern bezahlt gemacht: Nagellack.

Aber fangen wir von vorne an.
Vor Monaten hatte ich einer Freundin auf die Frage, ob ich am 6. September wohl Zeit hätte, leichtfertig mit „ja sicher“ geantwortet. Der Grund für die Frage war die Hochzeit ihrer großen Schwester, die ganz gerne zusätzlich zu einem jüngeren Thekenteam zwei ältere, volljährige und garantiert zuverlässige Mitstreiterinnen haben wollte: meine beste Freundin und mich.
Vom ursprünglichen Plan, dass wir beide eher beaufsichtigen während die anderen sich um die Gäste kümmern, blieb allerdings im Endeffekt nicht ganz so viel übrig. Einige hatten abgesagt, sodass wir im Endeffekt sieben Kellner für 160 Gäste waren. Mit Kaffeetrinken, Kuchen und abends Buffet, von 15 Uhr bis fünf Uhr morgens.

Und am Ende des Tages? Da war das einzige an mir, das noch ausgeruht und frisch aussah, der herrliche Essie-Nagellack. Völlig unberührt von heißem Spülwasser und Bierduschen, ohne jede Spur von Verwüstung (und die hatte an der restlichen Belle Spuren genug Hinterlassen).
So konnte ich mein Gesicht heute wenigstens hinter gutaussehenden Händen verstecken, was will man mehr?

Licht am Tunnelende

Nach dem anklingenden Gegrummel am gestrigen Abend kam es wider erwarten heute doch auch tatsächlich zu einem klärenden Gespräch (oder einem Monolog, wie man will).
Belle hat fleißig Köpfe gewaschen und ziemlich deutlich gemacht, dass das nächstes Jahr so nicht noch einmal laufen wird. Und das ganze, ohne in Tränen auszubrechen – welch Hochgefühl!

Die shk-Verträge sind fast fertig, das einzige, was immer noch fehlt, ist die Steueridentifikationsnummer. Hoffentlich lassen die sich damit nicht mehr allzu viel Zeit.

Was für ein gutes Gefühl, Dinge abhaken zu können!