Bloß ein bisschen Angst

Von Zeit zu Zeit – jetzt, da es immer schneller auf den Beginn des Übungsbetriebs in der Uni zugeht, immer öfter – frage ich mich, welcher Teufel mich bitte geritten hat, als ich mit als studentische Hilfskraft gemeldet habe.

Wie konnte ich nur so vermessen sein und denken, dass ich das kann? Als kleine Studentin im gerade einmal dritten Semester? Wieso?!
Ich sehe mich schon vor der Übungsgruppe stehen, kein Wort herausbringend während langsam all mein Wissen zähflüssig auf den grauen Boden tropft, mich schleichend aber unaufhaltsam verlässt. Ich seh schon die murmelnden Studenten, wie sie da sitzen und zuschauen, meinem Herzrasen und meinen zitternden Fingern. Meine eigenen Kommilitonen, kopfschüttelnd über dieses Mädchen, das ihren eigenen Kram kaum hintereinander bekommt und meint, sich jetzt auch noch von der Uni bezahlen lassen zu können.
Wieso bitte habe ich nicht noch ein Jahr warten können? Wieso?!

Dann mache ich die Augen zu und atme tief durch. Halte mir vor Augen, dass wir Grundlagen behandeln, wirklich nur Grundlagen. Dinge, die ich mir vielleicht nochmal anschauen muss, aber eigentlich kann. Und dass es nicht schlimm ist, mal eine Antwort nicht zu wissen, weil niemand alles weiß. Und dass ich wachsen werde an dieser Aufgabe, die da vor mir liegt. Das ist überhaupt das motivierenste: Wie auch immer es ausgeht, ich werde daran wachsen. Und das schaff ich. Und eigentlich freu ich mich sogar drauf.

Ich hab bloß ein bisschen Angst…

Katzenjammer

Im Romurlaub hatte das Bruderherzchen Geburtstag und gestern, nachdem wir alle wieder sowohl körperlich als auch geistig in Deutschland angekommen waren, gabs bei Papa Belle Frühstück und die komplette „Bescherung“ (das Gewichtslimit im Flugzeug hatte uns davon abgehalten, alles mit nach Italien zu nehmen).

Neben ein paar Kleinigkeiten (und ein, zwei größeren Kleinigkeiten) gabs für das Brüderchen Geigensaiten. Die Geige ist meine, sie liegt seit Jahren unbenutzt rum, seit ich sie mal von einer Bekannten geschenkt bekommen hatte. Der Musicworld-Beratungsmensch schlug bei ihrem Anblick die Hände über dem Kopf zusammen, und prophezeite mit Grabesstimme „Damit werden Sie nicht lange Freude haben, das ist einfach nur Sperrholz.“, aber neue Saiten hat er uns dann doch draufgezogen.
Es geht auch nicht darum, dass hier jemand Geigenprofi werden will, ja nicht einmal Unterricht wirds geben. Das Bruderherz ist musikalischer Autodidakt und bringt sich mit Begeisterung alles selbst bei.

Seine Begeisterung über dieses Geschenk war jedenfalls immens, und ich werde das Gefühl nicht los, dass Mama Belle das irgendwie geplant hat – denn da in meinem Elternhaus nun schiefe Töne und Katzenjammer deluxe vorherrschen werden, fällt mir die Rückkehr in die Unistadt zum Semesterstart wesentlich leichter.

Das Wort zum… Montag!

Und mal wieder…

… mal wieder sind die Semesterferien fast zu ende – zweieinhalb Wochen bleiben noch, wenn ich mich nicht irre, und eine davon werde ich in Rom verbringen. Freu ich mich ja drauf, so ist das gar nicht, aber irgendwie brauch ich eigentlich immer noch ein bisschen Zeit, um nach einem Urlaub wieder in der Realität anzukommen. Das wird in diesem Fall eher nichts werden, am Freitag kommen wir zurück und am Montag gehts dann wieder los.

Da kommen natürlich nun Fragen auf. Wie sieht das aus, alle Pläne durchgeführt (Haha. Ha.)? Was für die Uni getan (…)? Wenigstens irgendetwas geschafft?
Es hält sich in Grenzen. Aber entspannt habe ich, Familienleben genossen und Freundschaften gepflegt, Briefe und Mails geschrieben; alles in allem also wirklich viel Wohlfühlprogramm zelebriert. Und mal ehrlich: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Irgendwann werde ich (so Gott will) einen Job und eine Familie haben. Na ja, wenigstens Kinder. Soll ich dann in den Tag leben? Wohl eher nicht. Im Übrigen tu ich während der Vorlesungszeit wirklich genug, um mich jetzt nicht schuldig fühlen zu müssen, dass ich nichts getan habe. Das klingt wie eine Rechtfertigung? Ist es irgendwie auch. Man glaubt gar nicht, wie schief man angeschaut wird, wenn man nichts macht. Purer Neid der arbeitenden Bevölkerung, da bin ich sicher. Aber trotzdem muss ich mir nicht erzählen lassen, ich als Studentin würde ja wohl das ganze Jahr chillen, und das sähe man ja von März bis April sowie von August bis Oktober. All den Menschen, die sowas sagen, würde ich liebend gern mal einen Einblick in die Klausurvorbereitungswochen gönnen: sieben Tage die Woche locker zehn Stunden lernen am Tag, und das jeweils nen guten Monat lang. Zusätzlich die reguläre Arbeitsbelastung während des Semesters mit Hausaufgaben, Vorlesungen und Vor- sowie Nachbereitungen. Zusammengefasst: Studieren ist nicht Hochleistungschillen. Auch, wenn das manche Leute offensichtlich meinen. Da könnt ich ausrasten!

Einfach mal merken

Es wäre doch zu schön, wenn man sich das „Yeah, ich hab was geschafft und habs hinter mich gebracht“-Gefühl noch etwas länger erhalten könnte. Wenn ich mich doch nur in einem Jahr wieder daran erinnern würde, dass das alles gar nicht so schlimm ist wie es sich am Anfang anfühlt. Und dass es sich wesentlich besser anfühlt, wenn man es gemacht hat.

Denn das ist es, was ich heute geschafft habe: Es ist alles ausgedruckt, unterschrieben, abgegeben und eingereicht. Der ganze Berg unerledigter und über Wochen aufgeschobener Aufgaben ist abgearbeitet, wenn man mal vom Aufräumen und Putzen der Wohnung absieht. Kleinigkeiten!
Wie belastend das all diese Wochen gewesen ist, ist mir erst aufgefallen, als ich Gebäude A der Universität heute wieder verlassen hatte. Fast wäre ich nach Hause geflogen, so erleichtert war ich.

Wieso also weiß ich jetzt schon ganz genau, dass ich mich angesichts der nächsten derartigen Situation wieder ganz genau so verhalten werde, wie ich es dieses Mal getan habe? Ich seh es ganz deutlich vor mir, die Hände vor den Augen und darauf hoffend, dass das schon alles irgendwie wird. Auch ohne mich damit zu beschäftigen. Falls jemand ein Mittel dagegen kennt, wäre ich durchaus geneigt, es auszuprobieren…

Licht am Tunnelende

Nach dem anklingenden Gegrummel am gestrigen Abend kam es wider erwarten heute doch auch tatsächlich zu einem klärenden Gespräch (oder einem Monolog, wie man will).
Belle hat fleißig Köpfe gewaschen und ziemlich deutlich gemacht, dass das nächstes Jahr so nicht noch einmal laufen wird. Und das ganze, ohne in Tränen auszubrechen – welch Hochgefühl!

Die shk-Verträge sind fast fertig, das einzige, was immer noch fehlt, ist die Steueridentifikationsnummer. Hoffentlich lassen die sich damit nicht mehr allzu viel Zeit.

Was für ein gutes Gefühl, Dinge abhaken zu können!

Endlich Montag

Ich muss gestehen, ich habe den heutigen Tag herbeigesehnt wie selten einen anderen Montag.

Endlich die Klausuren überstanden. Nach der letzten Klausur heute Morgen bin ich nun für zwei Monate Uni-frei, und ich freue mich darauf. Mir ist vollkommen klar, dass die läppischen acht Wochen quasi gar nüscht sind und im Fluge vergehen werden, aber ich werde sie trotzdem genießen. Vielleicht mal wegfahren, auf jeden Fall erstmal viel ausschlafen. Und fürs erste rein gar nichts für die Uni machen. Weiterlesen

Perfektionsbelle

Sie ist wieder da – Bloggingbelle in der Internetwelt und Perfektionsbelle im echten Leben.

Nachdem das Sommersemester vorüber gegangen ist, und das ganz ohne dass ich allzu viel davon mitbekommen hätte, geht es nun wieder einmal mit großen Schritten auf die Klausuren zu. Und wieder einmal könnte man sich in den Hintern treten dafür, dass man nicht eher den Arsch hochbekommen und alles zusammen gefasst und Lernkarten gemacht hat und überhaupt. War Semesterbeginn nicht erst gestern? Habe ich den VWL-Kommilitonen nicht gestern erst gesagt, dass dieses Semester alles anders wird? Weiterlesen

Da ist sie wieder

Die letzte Woche habe ich in selbst verordneter Laptop-Abstinenz verbracht, da ich am Mittwoch einen Vortrag halten musste. Die Hölle für menschenscheue Wesen wie die kleine Belle, die in solchen Situationen zu Verdrängung par excellance neigt – das hätte also dazu geführt, dass ich (statt an besagtem Vortrag zu arbeiten) meine Freizeit im Internet herumdümpelnd verbracht hätte. Nicht wünschenswert, daher blieb der Laptop geschlossen. Weiterlesen

Sommer, Sonne, Unistress

Es ist warm. Es ist wirklich, wirklich warm. Ich werde den Teufel tun und hier jetzt anfangen über Temperaturen rumzujammern, ich liebe die Sonne und ich liebe es, wenn es warm ist!
Eher hätte ich das Bedürfnis, über die Uni zu jammern.

Natürlich gibt es auch gute Seiten, so froren die WiWi-Kommilitonin und ich in einem Hörsaal heute mal nicht, das allererste Mal in unserer Studentenkarriere übrigens. Man kann sagen was man will, Klimaanlage könnense hier in meiner Uni. Weiterlesen